MonsfortValue

Markus Kalter

Performance

  • +5,2 %
    seit 04.02.2015
  • +21,2 %
    1 Jahr
    -0,22 %
    Heute
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Handelsidee

Das wikifolio "MonsfortValue" hat mittel- bis langfristige Erträge zum Ziel. Der Anlagestil soll insgesamt eher defensiver Natur sein und diversifizierend über mehrere Anlageklassen möglichst direkte Investments über entsprechende Aktien, Fonds und physisch replizierende ETF/Cs gegenüber Derivatinvestments bevorzugen. Dabei soll versucht werden, für den wikifolio-Schwerpunkt im Sinne des Valueinvestierens zu handeln und als unterbewertet erachtete Werte mittel- bis langfristig zu halten. Eine besondere Stellung soll Edelmetallinvestments zukommen. Auch Immobilienwerte sollen im wikifolio eine besondere Beachtung finden. Darüber hinaus mögen "alternative Investments" wie z.B. Hedgefondsstrategien, soweit handelbar, Berücksichtigung finden. Renteninvestments wird aktuell eher kritisch gegenüber gestanden. Im Sinne einer Diversifikation können Renten zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht ignoriert werden. Solche Engagements sollen jedoch bevorzugt "indirekt" über den Kauf von Fonds dargestellt werden, die auch jenseits des Rententhemas aktiv sind, bzw. auch eine negative Entwicklung im Rentensektor als Ertragsmöglichkeit nutzen können. Hierfür können defensive und Absolute / Total Return Fonds in Betracht kommen. Gegebenenfalls können auch Anlagezertifikate zu erfolgversprechenden Themen ergänzende Berücksichtigung finden.

Der Schwerpunkt des wikifolios soll bei Fonds und ETF/Cs liegen, wobei hier auch Misch-, Dach- und Multi-Asset-Fonds sowie offene Immobilienfonds als mögliche Zielinvestments berücksichtigt werden dürfen. Im Sinne der "alternativen Strategien" soll neben der möglichen Integration von Hedgefonds und Hedgestrategien nutzenden Fonds auch die Nutzung von auf Einzelentwicklungen spezialisierten "short"-Strategien über geeignete Fondsprodukte, wie entsprechenden ETFs, zu Absicherungs- und Diversifikationszwecken möglich sein, wenngleich beabsichtigt ist, bevorzugt und mehrheitlich "long"-Positionen über die benannten Instrumente in den verschiedenen Anlageklassen einzugehen.

Es ist geplant, die Zusammensetzung des wikifolios laufend zu überwachen. Es soll jedoch längerfristigen Investments gegenüber "daytrading"-Positionen der Vorzug gegeben werden. Allgemeinwirtschaftliche Überlegungen sollen durch ein Research von Einzeltiteln ergänzt werden, wobei die hier jeweils angewendeten Methoden allein im Ermessen von "MonsfortCapital" (Markus Kalter) liegen und eine Vergleichbarkeit mit professionellen, bzw. wissenschaftlichen Methoden nicht angestrebt werden soll. Hierbei sollen die Beobachtung der allgemeinen Finanzinformationen durch das Studium einschlägiger Artikel in der Finanzpresse sowie durch die Beobachtung geeigneter Internetpräsenzen ergänzt werden, möglichst auf internationaler Ebene, wobei neben deutschsprachigen auch englisch- und französischsprachige Quellen Berücksichtigung finden sollen. Hinsichtlich der Fondsauswahl sollen Güte des Managements und Überzeugungskraft der Fondsidee eine herausragende Rolle spielen, der jeweiligen historischen Performance soll erst über einen mittel- bis langfristigen Zeitraum höheren Einfluß auf die Entscheidungsfindung beigemessen werden. Bei ETF/Cs soll naturgemäß rein der Nutzen des Einbezugs des Zielindexes in das wikifolio den Ausschlag geben. Einzelne Aktienwerte sollen jeweils anhand der zugänglichen Veröffentlichungen untersucht werden, wobei auch die Meinungen professioneller Analysten und Fondsmanager eine Rolle spielen sollen.

Insgesamt wird angestrebt, "top-down-" und "bottom-up-" Betrachtungsweisen gleichermaßen zu berücksichtigen und eine idealerweise vielseitige wertorientierte Untersuchung von weiteren Einflußgrößen, wie z.B. gesellschaftlichen Trends oder auch möglichen Überreaktionen im Kapitalmarkt, in eine möglichst stabile Gesamtallokation zu überführen.
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Stammdaten
Symbol
WFMONSFVAL
Erstellungsdatum
04.02.2015
Indexstand
High Watermark
105,3

Regeln

Auszeichnungen

Anlageuniversum

Trader

Markus Kalter
Mitglied seit 04.02.2015

Entscheidungsfindung

  • Technische Analyse
  • Fundamentale Analyse
  • Sonstige Analyse

Kommentare im wikifolio

Allgemeiner Kommentar

Liebe Interessierte, ich habe seit langer Zeit keinen Kommentar für mein wikifolio „MonsfortValue“ mehr geschrieben. Generell bin ich kein Freund von Kommentaren zu einzelnen Trades oder gar Dividendenzahlungen. Auch möchte ich mich nicht als private Presseagentur versuchen und Dinge vermelden, die von professioneller Seite längst und kompetenter publiziert wurden. Ich finde es interessanter, in meinen Kommentaren eher meine allgemeineren Überlegungen und eventuellen Rückschlüsse auf Investments zu präsentieren. Dies erfordert aber in der Regel etwas Geduld, sowohl auf meiner Seite, wie auch auf Seiten eines etwaigen Lesers. Da dies insgesamt einigermaßen arbeitsaufwändig ist, habe ich mich in den zurückliegenden Monaten lediglich auf Kommentare zu meinen wikifolios „MonsfortMeta“ und „MonsfortSystem“ beschränkt, da die Umsetzung der dort anzuwendenden Handelsregeln meiner Meinung nach regelmäßiger kommentiert werden sollte. Vor ein paar Tagen habe ich einen Artikel gelesen, in dem die Rede davon war, daß sich die Investoren schizophren verhalten. Einerseits erwarten sie eine Korrektur oder gar einen Crash, andererseits steigen die Indizes. Festzuhalten bleibt, daß die Fallhöhe steigt und keines der bekannten Probleme auch nur ansatzweise gelöst ist (Verschuldung auf allen Ebenen, Notenbankinterventionen, Abwertungswettlauf der Währungen etc.). Ein wenig die Situation eines Frosches im Kochtopf, der sagt: „Das Wasser ist angenehm lauwarm, bisher ist alles gut gegangen.“ Rein gefühlsmäßig würde ich privat in der gegenwärtigen Situation Folgendes tun (wenn ich könnte...): Edelmetallinvestments, physisch und über Aktien, Immobilieninvestments, möglichst physisch und inklusive Land und Wald, Substanz- und Dividendenaktien, direkt oder indirekt über liquide bewährte Fondsprodukte, und letztendlich Shorts auf die großen Indizes aber auch Einzelthemen wie Banken oder gar einzelne Firmen. Unter Umständen mögen auch Unternehmensbeteiligungen jenseits des Aktienmarktes als Ergänzung interessant sein. Dann würde ich die Dinge weitgehend von der Seitenlinie aus beobachten und ggf. nur selten bei einigen Positionen nachkaufen, insbesondere wenn sie in den negativen Bereich gelaufen sind. Dies kann ich leider über wikifolio nicht wirklich umsetzen. Einerseits müssen die anfallenden Gebühren verdient und ein aussagekräftiger track-record gepflegt werden, andererseits fehlen im Anlageuniversum schlichtweg verschiedene Instrumente, die ich hierzu einsetzen würde. Ich muß daher bei meinen wikifolio-Engagements eine deutlich kurzfristigere Sichtweise umsetzen ohne das „große Bild“ aus den Augen zu verlieren. Wie kann man nun die Gefahr eines Crashs bewerten ? Abstrakt gesehen geht es um Tulpenzwiebeln. Ein Value-Investor versucht, ein Fabergé-Ei zum Preis einer Tulpenzwiebel zu kaufen. Bei einem Crash geschieht das Umgekehrte: All die vermeintlichen Fabergé-Eier der Welt werden als Tulpenzwiebeln entlarvt. Es geht also um Wert. Ein Ereignis stellt Bewertungen infrage und die nachfolgende Wertbereinigung vernichtet irrealen Wert, wobei die Dynamiken zumeist über das Ziel hinausschießen und kurzfristig auch ein gutes Stück realen Wert mitnehmen. Daraus ergeben sich jetzt mehrere Fragen: 1. Leben wir in einer Welt von verkleideten Tulpenzwiebeln ? 2. Funktioniert der Markt hinreichend, um die vermeintlichen Fabergé-Eier als Tulpenzwiebeln zu entlarven ? 3. Und das Million-Dollar-Baby: Welches Ereignis kann die Marktdynamiken zu einer Kippbewegung bringen ? Zum ersten Punkt kann ich nur sagen: Mit jedem Tag mehr. Zum KGV-Niveau des amerikanischen Marktes wurde schon viel geschrieben und das auch schon seit einiger Zeit. Macy´s hat diese Woche bekanntgegeben, ca. ein Sechstel seiner Filialen zu schließen. Moeller-Maersk hat diese Woche einen deutlichen Gewinneinbruch berichtet. Nun bin ich zwar etwas skeptisch gegenüber dem Baltic Dry als Konjunkturindikator, die Logistikbranche allgemein erscheint dennoch als ein ganz guter Indikator. Der Zwischenbericht der Deutschen Post / DHL zum 30.06. weist beispielsweise zweistellige prozentuale Rückgänge des See- und Luftfrachtgeschäftes verglichen mit dem Vorjahr aus. Ähnlich stellen sich die Zahlen bei Kühne + Nagel dar. Der Nikkei wird meiner Meinung nach durch ETF-Käufe von staatlicher Seite am Leben gehalten. Trotz dieser Käufe und Abzug japanischer Finanzinvestments aus dem Ausland (siehe USD/JPY) bleibt der Nikkei in einem Seitwärtstrend gefangen. Was passiert, wenn der Staat, warum auch immer, nicht mehr oder nur vermindert als Käufer auftritt ? Auch in Japan scheint es erste Abflüsse ausländischen Kapitals zu geben nachdem dort jahrelang in Erwartung der Inflationierung investiert wurde. Der Shanghai Composite ist meilenweit von seinem übertriebenen Höchststand im Frühjahr 2015 entfernt. In gewisser Weise ist dies natürlich ein gutes Zeichen. Umgekehrt betrachtet versucht sich der chinesische Staat in einer schleichenden Abwertung seiner Währung und gleichzeitiger Ausweitung der Investitionsvorhaben (leere Trabantenstädte und Flughäfen, „weiter wie bisher“). Die offiziell vermeldeten Zahlen bescheinigen lediglich eine gewisse Stabilisierung der Wachstumsraten, seltsamerweise in etwa auf dem Niveau, das notwendig ist, um soziale Probleme in dem Land zu unterbinden. Warum steht der Index darum nicht höher ? Der Untergang Chinas wird zwar schon seit Jahren prognostiziert. Das Land konnte jedoch bis in die jüngste Vergangenheit eindrucksvolle Exporterfolge erzielen. Diese Situation erodiert jedoch langsam und mag zusammen mit der anhaltenden Kapitalflucht eine neue Bewertungsgrundlage schaffen. Vielleicht wird das in Japan und China abgezogene Geld in Europa und (insbesondere) in den USA in die Aktienmärkte geleitet, was zu deren weiterem Anstieg beiträgt und wenig über die dort vorliegenden fundamentalen Gegebenheiten aussagt. Die Emerging Markets konnten in den letzten Monaten von einer Verbesserung im Rohstoffsektor sowie einer Schwächung des Dollars profitieren. Ich denke, daß sich die Schwäche des Dollars noch verstärken wird, bin jedoch skeptisch, daß dadurch Investments in den Emerging Markets fundamental attraktiver werden. „Sentiment“. Ich bin kein Freund von Sentiment- oder Bavioural-Finance-Betrachtungen. Wenngleich beispielsweise die britische Hedgefondsgesellschaft Marshall Wace damit gute Ergebnisse erzielt. Manche Kommentatoren weisen darauf hin, daß wir augenblicklich sehr weit von Euphorie entfernt seien. Mein Einwand ist, daß man sich vielleicht von gewissen Bildern hinsichtlich „Euphorie“ trennen sollte. Sicherlich werden beim Bäcker oder Friseur aktuell keine Aktientips gehandelt. Dennoch. Im Jahr 2007 hatte der S&P gerade mal das 2000er Hoch wieder erreicht, heute steht er ca. 30 % über dem damaligen Hoch. Das ist nicht ganz uneuphorisch. Im Wahljahr (!) 2008 hatte der S&P bereits einen längeren Verfall hinter sich bevor Lehman zuschlug; sprich, das Ausmaß von „Euphorie“ muß aufgrund Fehlens einer solchen Verfallsbewegung momentan höher sein als im Herbst 2008. Und was dann, trotzdem, geschah ist Geschichte. Und hier gehört auch der eingangs erwähnte Aspekt des schizophrenen Verhaltens ins Bild. Vielleicht mögen die meisten Marktteilnehmer von einer steigenden Gefahrenlage sprechen, sie verhalten sich jedoch offensichtlich anders. Irgendjemand muß ja kaufen, sonst würden die Indizes nicht weiter steigen. Und ich halte es für zu kurz gedacht, dies nur auf Aktienrückkäufe von Unternehmen zu beziehen, was, allerdings, schon in sich eine interessante Message wäre, die nicht unbedingt gegen meine generelle Sichtweise arbeitete. Insofern würde ich augenblicklich schon von einer Art „verdeckten Euphorie“ sprechen wollen. Zumindest aber von einem verbreiteten trügerischen Sicherheitsgefühl hinsichtlich der Notenbank- und sonstigen staatlichen Interventionen. Auf der Finanzseite Seeking Alpha wurde schon so Manches geschrieben, was sich hinterher als falsch herausstellte. Ich möchte dennoch auf folgenden recht neuen Artikel verweisen: http://seekingalpha.com/article/3999178-sell-everything?ifp=0&utoken=f70551a145a41373d8c63fd095b0ac0d Ebenfalls möchte ich auf die immer lesenswerten Artikel des Autors „The Heisenberg“ in selbigem Portal verweisen. Die zweite Frage nach der Funktionalität der Marktmechanismen möchte ich mit einem Ja beantworten. Vor etlichen Monaten hatte ich irgendwo geschrieben, daß die Edelmetallpreise meiner Meinung nach erst dann nachhaltig steigen werden, wenn eine genügend große Anzahl von Investoren an den Notenbanken (und Währungen) zu zweifeln beginnt. Etwas schneller als von mir erwartet scheint das letzte halbe Jahr genau diesen Umschwung gebracht zu haben. Zumindest scheint sich eine genügend große Anzahl von Investoren aus der oben erwähnten trügerischen Sicherheitsillusion zu verabschieden und zumindest mehr zu diversifizieren als zuvor. Mein wikifolio „MonsfortValue“, aber auch meine anderen wikifolios konnten davon sehr deutlich profitieren. Gerade dieser Umstand spricht aus meiner Sicht allerdings für ein Funktionieren der Märkte. Das heißt, solange staatlicherseits nicht direkt in erheblichem Maße durch Aktienkäufe (wie in Japan), bzw. durch das Platzieren von Shorts in den Edelmetallmärkten in großem Umfang eingegriffen wird, kann eine Abstimmung mit den Füßen durch die Investoren den jeweiligen Markt bewegen. Und damit auch in negative Richtung. Es greift zu kurz, auf die von den Notenbanken geschaffene Liquidität zu verweisen und zu glauben, daß damit alles geheilt wird. Die Einbrüche im August letzten Jahres und zu Beginn diesen Jahres zeigen vielmehr, daß das Vorhandensein von Liquidität in Form von Geldversprechen der Notenbanken im Zweifel und kurzfristig weniger bedeutsam ist. Wäre dem nicht so, müßte der DAX seit Frühjahr 2015 kontinuierlich gestiegen sein und heute bei beispielsweise 15.000 stehen. Paradoxerweise wird ja dennoch ein Austrocknen der Rentenmärkte und hier insbesondere der kurzfristigen Engagements festgestellt (thanks, Heisenberg). Investoren sehen heute Liquidität eher im Parken von Geld in Aktien-ETFs als im Erwerb von Money Market Papieren. Im übrigen eine Gefahr in sich für die Aktienmärkte, denn was ist, wenn diese Milliarden, warum auch immer, dem Aktienmarkt entzogen würden und beispielsweise in den Gold- oder gar den noch engeren Silbermarkt flössen ? Auch die Entwicklungen auf den Währungsmärkten scheinen gegen die Allmachtsfantasien der Notenbanken zu sprechen. Trotz aller Bemühungen von Herrn Kuroda steigt der Yen. Vor wenigen Tagen passierte Ähnliches in Neuseeland (doublethanks, Heisenberg). Es ist also noch Leben in den Märkten. Und damit auch die Möglichkeit vorhanden, daß die Investoren und nicht die Notenbanken die Richtung mit einer Abstimmung der Füße bestimmen. Bezogen auf „MonsfortValue“ möchte ich auch, wenngleich mit einer gewissen Scham, meine „Investments“ in Sunedison und KTG Agrar in diesem Zusammenhang anführen. Obwohl mir bewußt war, daß die Finanzierungsseite bei beiden Unternehmen prekär war, habe ich diese Investments getätigt und der Markt hat mich entsprechend Geld bluten lassen. Kurse können also fallen, und zwar hart. Möglicherweise hat die Liquiditätsschwemme daher weniger das Überwasserhalten von Zombie-Unternehmen zur Folge als vielmehr die breitere Überbewertung an sich brauchbarer oder sogar guter Unternehmen. Und ich wage zu bezweifeln, daß die Notenbanken schnell genug Inflation erzeugen können, so daß die Bewertungen auf dem Aktienticker zur nüchternen Bewertung der Einzelaktiva passen. Was wiederum, zumindest kurz- bis mittelfristig, eine generelle Wertberichtigung nach sich ziehen sollte. Zur Millionen-Frage bleibt mir leider nur festzustellen, daß ich leider kein Michael Burry bin und damit wahrscheinlich nicht mit scheuklappenfreiem Extensivresearch die Anlageart austrüffeln werde, die das nächste große Ding verursacht. Nebenbeigesagt beschäftigt sich der Herr nach meinen Informationen mittlerweile als Privatier schwerpunktmäßig mit den Themen Gold, Land und Wasser. Aber das nur am Rande. Es bleibt mir also nur, eine Art inkrementale Auslese vorzunehmen. Wenn ich dies tue, bleiben für mich insbesondere die Banken, bzw. die Finanzbranche im Allgemeinen übrig. Was allerdings angesichts der Mainstream-Presseberichte fast schon ein No-Brainer ist. Nachdem so ziemlich jeder die Subprimes vor 2008 verschlafen hatte, ergehen sich seitdem die Experten und Kommentatoren in immer neuen gehirnzerdröselnden Betrachtungen dieses oder jenes Teilmarktes. Die Schulden amerikanischer Kommunen, die Autokredite, die Studienkredite, die Kreditkartenkredite, die Derivate auf Derivate, das Derivatexposure der Deutschen Bank, die Schulden Japans, you name it, we´ve heard it. Irgendwo da draußen mag die Wahrheit, bzw. der Zünder liegen oder auch nicht. Auch wenn ich mich jetzt ein wenig wie Bill Gross anhöre, den ich im Übrigen nicht so sehr schätze, es sind Aktien UND Bonds. Die Aktien, weil eine Bewertungslücke immer größer wird und die Renten, weil eine Bewertungslücke immer größer wird. In beiden Fällen jedoch steht die Finanzbranche als Dreh- und Angelpunkt im Feuer. Und wenn 2008 noch diejenigen Banken ganz gut über die Runden kamen, die keine Subprime-Leichen oder CDS im Keller hatten, so sieht die Situation mittlerweile ganz anders aus. Zwar werden hübsche Streßtests gemacht, aber wenn bereits Sparkassen und konservative Versicherer öffentlich bemängeln, daß die Niedrigzinspolitik ihre Geschäftsmodelle zerlegt, dann erscheint mir diese Branche anfälliger denn je. Eben auch hierzulande und nicht „nur“ in Griechenland oder Italien. Insofern, egal, woher die Zündschnur knistert, die Finanzbranche wird die volle Explosion abbekommen. Short the banks, baby ! Für meine Investments bedeutet das, die Finger von Banken, Versicherungen und Vermögensverwaltern zu lassen. Allerdings muß die Betrachtung leider noch weiter führen. Auch die oftmals geleverageten Immoblienfirmen sowie Private Equity können tendenziell Probleme bekommen. Ich werde mich daher wohl von einigen dieser Positionen trennen müssen, die ich in der Vergangenheit sehr gerne gekauft habe. Darüber hinaus bin ich gerade dabei, mich in einigen wikifolios von zwar guten, aber meiner Meinung nach zu teuer bezahlten Fonds zu trennen. Zumindest vorübergehend. Im Gegenzug werden die Shortpositionen mit jeder neuerlichen Indexsteigerung erhöht, wenngleich bisher auch erst in recht überschaubarem Maße. Die Edelmetallpositionen sind eigentlich in allen wikifolios in einer Breite vertreten, die zumeist einen weiteren Ausbau hinsichtlich der jeweiligen wikifolio-Konzepte zunehmend schwerer vertretbar macht. Vereinzelt mag ich da allerdings noch ein Schäufelchen nachlegen, insbesondere wenn sich eine Schwäche in diesem Bereich abzeichnet, was in diesen Tagen wohl der Fall ist. Einige Anhänger der „Österreichischen Schule“ mögen sagen, daß wir uns nun im „Crack-up-Boom“ oder sogar dessen finaler Phase befinden. Ich bin jedoch (mal wieder) skeptisch, aus dieser Erkenntnis ableiten zu können, daß die Aktienkurse jetzt weitgehend ununterbrochen kurz- bis mittelfristig steigen werden (bevor dann die wirklich große Bereinigung kommt). Ich befürchte, daß erst noch ein deutlicher (Zwischen-)Einbruch kommen muß, um bei den Staaten und Notenbanken die finale Stufe des Irrsinns zünden zu können. Für einen solchen Einbruch versuche ich momentan vorzusorgen. Was danach kommt, wird man sehen. Eines ist jedoch sicher: Gold wird immer an Bord sein... Ich hoffe, Sie mögen mir trotz Allem gewogen bleiben. Mit besten Grüßen M. mehr anzeigen

Allgemeiner Kommentar

Monatsbericht Oktober 2015. Liebe Investoren, das wikifolio „MonsfortValue“ setzt weiterhin unbeirrt seinen Kurs gen Süden fort. Im Sommer befürchtete ich durch eine Verkettung negativer Ereignisse ein nachhaltiges Erodieren der Märkte. Kurzfristig schienen mir die Tage Ende August auch Recht zu geben. Ich befürchtete jedoch eine weit stärkere Bewegung aufgrund der weiterhin negativen Meldungen aus verschiedenen Teilen der Wirtschaft bei gleichzeitig noch relativ ambitionierten Wertpapierpreisen. Dies hat sich (bislang ?) jedoch nicht realisiert. Bereits im privaten Bereich habe ich in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, daß ich die Entschlossenheit und Fähigkeit der Notenbanken zur kompromißlosen Verfolgung ihres Kurses immer wieder unterschätze. Gerade die letzten Wochen haben erneut gezeigt, daß Markteingriffe und Äußerungen von Politik und Notenbanken in einer auch marktseits kurzfristig orientierten Welt immer wieder Erfolg haben. Man kann zwar gerade dieser Tage die Verwerfungen beobachten, die die Ankündigung einer minimalen Abkehr von der lockeren Geldpolitik der letzten Jahre hat. Allerdings erscheint mir mittlerweile das ganze Thema ein Pokerspiel zu sein, bei dem Bluffs und die Antizipation der Antizipation des Verhaltens der anderen Spieler eine große Rolle spielen. In gewisser Weise ist es ein Tanz auf der Stelle, bei dem der eine Tänzer einen Schritt nach vorne, der andere einen Schritt nach hinten macht bevor sich das Spiel umkehrt. Ich will damit sagen, daß ich nicht glaube, daß die FED kurz- bis mittelfristig eine grundsätzliche Richtungsänderung vornehmen wird. Sie mag vielleicht eine Zinserhöhung durchführen, hat jedoch auch noch weitere Mittel, um diese Maßnahme andernorts wieder zu entschärfen. Zu diesem Themenkomplex möchte ich auch auf die immer wieder lesenswerten detaillierten Materialen der Incrementum AG hinweisen: www.incrementum.li/de Sollten darüber hinaus „reale“ ökonomische Ursachen zu Korrekturbewegungen an den Märkten führen, ist wahrscheinlich davon auszugehen, daß diese weitgehend abgemildert werden, so daß sich wirtschaftliche Entwicklungen nicht vollständig entladen und korrigierende Bewegungen nicht im erforderlichen Maße ausgelöst werden können. Vielmehr ist davon auszugehen, daß sich die Vermögenspreise mittelfristig unter stärker werdenden Schwankungen noch höher schrauben werden. Um es ein wenig martialisch zu sagen, erscheint es mir als Konsequenz ratsam, ein Paradoxon zu realisieren; nämlich der Entschlossenheit der „Powers that be“ mit mindestens ebensolcher Entschlossenheit gegenüber zu stehen ohne sich ihnen in den Weg zu stellen. Konkret bedeutet dies für meine Investitionsentscheidungen, daß ich den Versuch, die Märkte über Short-Positionen zu timen, in seiner Bedeutung deutlich zurückfahren werde. Schwache Tage sollen dementsprechend genutzt werden, um vorhandene Shorts zu reduzieren. Im Übrigen ein Vorgehen, das von bekannten Valueinvestoren ohnehin favorisiert wird. Gleichzeitig sollte zulasten des kurzfristigen Absicherungsbestrebens das Aufspüren von Wert weiter in den Vordergrund rücken. Natürlich dürften meine Ansichten hinsichtlich potentieller verborgener Werte eher nicht mehrheitsfähig sein. Aber es liegt natürlich auch der Charme des Investierens in der Möglichkeit, die eigenen liebgewonnen Überzeugungen immer wieder zu hinterfragen. Während ich im Sommer sowohl aktien- als auch fondsseitig bestehende Positionen teilweise mit Verlustrealisierung verkauft habe, beginne ich die ursprüngliche Architektur eines Value-Kerns umgeben von einem schützenden Wall aus diversifizierenden stabilen Fonds, physischen Edelmetallen und Shortpositionen wieder herzustellen, wobei bei den ersten beiden genannten Wallbestandteilen ebenfalls eine gewisse Valueorientierung zugrunde liegt. Dabei versuche ich jedoch eine noch höhere Diversifikation als zuvor zu erreichen. Die Shortpositionen werden wohl auf absehbare Zeit ein ständiger Begleiter sein und je nach Marktlage ausgebaut oder reduziert werden. Ob mir dieses Hinterfragen hinsichtlich der Edelmetalle immer so gelingt, sei dahingestellt. Dennoch IST Gold Unabhängigkeit. Während der Wertspeicher Gold in seinem zugemessenen Wert immer weiter reduziert wird, werden die nominal „beständigen“ Werte von Papierwährungen fortdauernd ausgehöhlt. Es ist ein Tanz um ein papierenes trojanisches Kalb. Diese Anomalie gilt es zu kaufen. Meine obigen Ausführungen zu den Notenbanken legen jedoch nahe, daß ich befürchte, daß das täglich an den Börsen zu beobachtende Agieren der Marktteilnehmer im Gegensatz zu möglicherweise in privaten Kaminsituationen geäußerten verborgenen Meinungen ein schizophränes, vor allem aber ein noch größenteils gläubiges Verhalten und Denken in ältlichen, weitgehend kurzfristig orientierten Kausalzusammenhängen ist. Solange die Marktteilnehmer ihre Strategien gegenüber den Zentralbanken nicht einseitig aufzugeben zu können glauben, wird der Goldpreis nicht „fliegen“. Damit ist meine Verbundenheit mit den Edelmetallen eine Beziehung mit ungewissem Ausgang und dem vielleicht etwas überfordernden Anspruch auf langen Atem. Gleichzeitig stößt natürlich auch das stetige Nachkaufpotential innerhalb des wikifolios irgendwann an Grenzen. Das „Value“ im Namen bezieht sich ja ausdrücklich auf eine Vielzahl von Vermögenswerten, bei denen jedoch Aktien und aktienorientierte Fonds den Hauptplatz beanspruchen sollten. Für diese Vermögenswerte suche ich gerne im Rohstoffsektor nach Gelegenheiten, was natürlich zusammen mit dem Edelmetallthema eine gewisse Einseitigkeit bedeuten mag. Jedoch bin ich der Meinung, daß sich gerade augenblicklich hier Chancen mit völlig zu Unrecht abgewerteten gut aufgestellten und gut geführten Unternehmen bieten. Auch spielt gerade hier die launische Überreaktion des Mr. Market eine besondere Rolle, die es auszunutzen gilt. Rohstoffwerte können zumeist weiterhin als defensives Investment punkten, das in monetär prekären Phasen schwer substituierbare Produkte mittels vergleichsweise stabiler Geschäfts- und Produktionsprozesse bereit stellt. Dies gilt meiner Meinung nach in besonderer Weise für Agrar- und Forstunternehmen. Und irgendwann wird selbst China wieder Erz, Kupfer und vielleicht sogar ein bischen Öl brauchen. Teilweise verbunden sind mit diesem Thema die Emerging Markets, um die ich in den letzten Jahren eher einen Bogen gemacht habe. Nachdem in Asien jedoch eine erste Korrektur stattgefunden hat, die den Schwund der Attraktivität dieser vor wenigen Jahren „heißen“ Märkte noch verstärkt hat, scheint mir langsam der Zeitpunkt für einen umsichtigen (Wieder-)Einstieg gekommen. Es gilt auch weiterhin, daß das nächste Google, facebook oder Amgen nicht unbedingt in den USA geboren werden muß. Nachdem China schon den Solarmarkt erschüttert hat, mag beispielsweise Tesla gut beraten sein, dieses Land sehr genau zu beobachten. 2008 gab es noch die etwas befremdliche These, daß die Emerging Markets sich von der Finanzkrise, bzw. dem Geschehen in den westlichen Märkten abkoppeln könnten. Heute werden dieselben Märkte bereits von Abflüssen ausländischer Gelder betroffen bevor Yellen überhaupt gesprochen hat. Gemäß oben geäußerter Gedanken mag der Fall denkbar sein, daß sich die Geldströme schnell wieder umkehren, wenn klar wird, daß die Notenbanken im Prinzip immer weiter machen, was sie am besten können, und mittelfristig auch Rohstoffpreise, wenn schon nicht durch Nachfrage, dann aber wenigstens durch ein Überangebot an Geld zumindest das Fallen aufhören. Gerade hinsichtlich des Öls mag der weitere Preisverfall auch vor dem Hintergrund zunehmender Probleme im Nahen Osten eher zuende zu gehen als sich weiter unvermindert fortzusetzen. Als Gegenargument mag man hier auf die Gefahren in China und, in gewissem Maße, auch auf diejenigen in Japan hinweisen. Demgegenüber möchte ich jedoch darauf verweisen, daß beispielsweise die US-amerikanischen Märkte in den letzten Jahren keine andauernde Korrektur gesehen haben und sich auf einem hohen Niveau bewegen, während die Emerging Markets bereits seit Jahren immer weiter korrigieren. Das Downside-Risiko in den Emerging Markets, zumindest außerhalb Chinas, erscheint mir daher augenblicklich deutlich überschaubarer als das mittel- bis langfristige Potential nach oben. Gerade Unternehmen, die in der gegenwärtigen Lage stabil genug sind, kontinuierlich Dividenden zu zahlen, erscheinen mir hier als attraktive Zielobjekte. Die aktuelle Befürchtung der Märkte zum Versiegen des billigen Geldes wirkt sich auch nachteilig auf die Immobilienwerte aus. Dies erscheint mir als Chance, hier einige Positionen neu aufzubauen. Insbesondere wenn hierfür Einzelwerte verfügbar sind, die sich insgesamt noch nicht zu stark von ihrem Buchwert, bzw. ihrem Net-Asset-Value entfernt haben. Abschließend sei noch erwähnt, daß ich mich in letzter Zeit vermehrt mit dem Thema Dividenden und entsprechenden Investitionsmöglichkeiten befaßt habe und diesen Aspekt zukünftig stärker im wikifolio berücksichtigen möchte. Vor Kurzem ging mir außerdem der abstruse Gedanke durch den Kopf, inflationsindexierte Anleihen zu kaufen, was ich dann jedoch leicht verstimmt schnell wieder vergessen habe. Ich bitte abschließend, die teilweise Glossenhaftigkeit dieses Pamphlets für dieses Mal zu entschuldigen und verbleibe mit besten Grüßen M. mehr anzeigen

Allgemeiner Kommentar

Monatsbericht September 2015. Liebe Investoren, das wikifolio „MonsfortValue“ konnte leider weiterhin keine positive Performanceentwicklung verzeichnen. Dennoch konnte es in negativen Marktphasen recht solide bestehen. Generell halte ich an meiner eher skeptischen Sichtweise fest, die ich bereits in den Monaten zuvor erläuterte. Die reale Wirtschaft scheint schon seit längerer Zeit die Bewertungen an den Finanzmärkten nicht mehr zu unterstützen. Wenn sich dann Einzelentwicklungen wie Griechenland oder China in einer solchen Situation entladen, kommt es zu starken Rücksetzern. In den letzten Tagen scheinen solche Entladungen auszubleiben, wenngleich die grundlegende Witschaftsverfassung nach meiner Einschätzung sich nicht positiver als vor ein paar Wochen oder Monaten darstellt. Chartmäßig scheinen wir augenblicklich in einer Art Niemandsland zu sein und die kleinen Zuwächse der jüngsten Zeit können sich schnell als „Bullenfalle“ erweisen. Insgesamt halte ich Aktien sowohl in Europa, noch stärker aber in den USA, für weiterhin überbewertet, was früher oder später angestoßen durch irgendeine neue Ereignisentladung zu neuerlich fallenden Kursen führen sollte. Vor diesem Hintergrund werde ich voraussichtlich weiter an meinen Short-Positionen festhalten, auch wenn diese bei weiteren Markterholungstendenzen (noch weiter) ins Minus laufen. Sehr unschön ist jedoch die Positionierung bei Öl, die ich als Hedge gegen sich abschwächende Wirtschaftsentwicklungen eingegangen bin. Dies erfolgte offensichtlich zu spät und gerade die Hebelung des entsprechenden Papiers hat sich in den letzten Wochen in erheblichem Maße kontraproduktiv erwiesen. Ich habe hier jüngst das Exposure unter Eingehung sehr deutlicher Verluste etwas reduziert, bin jedoch zumindest zum aktuellen Zeitpunkt der Meinung, daß Preissteigerungen vor allem beim WTI eher news- denn fundamental getrieben sind. In der gegenwärtigen Situation bleibt meiner Meinung nur übrig, sich auf Einzelinvestments zu konzentrieren. Beispielsweise können Positionen längerfristig zu haltender Papiere eingegangen werden, wenn die Bewertung abweichend vom generellen Markttrend eine günstige Einstiegschance bietet. Dies gelang im August bereits bei dem Verlag Bastei Lübbe. Ebenso konnten jüngst das südamerikanische Agrarunternehmen Adecoagro, das kanadische Forstunternehmen Canfor und der kanadische Vermögensverwalter Sprott zu recht attraktiven Preisen erworben werden, bevor bei diesen Werten dann relativ zeitnah eine Erholung einsetzte. Auch die in den Vormonaten sukzessive aufgebauten Minenbeteiligungen konnten größenteils von der leichten Erholung bei den Edelmetallen profitieren. Hier konnte ich nach meiner Ansicht eine Handvoll weitgehend substanzstarker Werte erwerben, die längerfristig bekannteren Werten wie beispielsweise Barrick überlegen sein sollten. Die aktuelle Situation legt auch ein kurzfristiges Ausnutzen von Opportunitäten nahe, wenngleich dieses Vorgehen oft „gefährlich“ nahe am Daytraden ist. Ein solcher Trade konnte bei Manchester United erfolgreich abgeschlossen werden. Kürzlich konnte dies auch mit Dialog Semiconductor wiederholt werden. Letztere ist sicherlich auch für ein längerfristiges Engagement interessant, erscheint mir jedoch bei Preisen deutlich über 30 Euro momentan als zu teuer. Zusammenfassend scheint das wikifolio eine ganze Reihe sehr spannender Positionen zu halten, die bei einer weiteren Marktkorrektur ausgebaut und ergänzt werden könnten. Es bleibt jedoch der Nachsatz: Wenn nur das Öl nicht wäre … Beste Grüße M. mehr anzeigen

Allgemeiner Kommentar

Monatsbericht August 2015. Liebe Investoren, aus Zeitgründen will ich für den August einen Kommentar lediglich für mein wikifolio „MonsfortValue“ vorlegen. Grundsätzlich halte ich an meiner kurzfristig eher pessimistischen Sichtweise fest, die ich bereits in anderen Kommentaren erläutert habe. Nun gibt es natürlich die großen Einzelthemen, beispielsweise die aktuellen Entwicklungen in China oder auch in den Schwellenländern. Immer wieder unklar ist auch die Beurteilung der wirtschaftlichen Verfassung der USA. Die in diversen Medien verfügbaren Analysen und Interpretationen zu all diesen Themen sind zudem trotz weitgehend gleicher Datenlage widersprüchlich. Meiner Meinung nach besteht eine etwaige Gefahr auch weniger in den Einzelthemen selbst als in ihrer Entwicklung innerhalb eines vernetzten komplexen Systems. Hier mögen sich selbst verstärkende Prozesse, die zudem lange ohne adequate mediale Beachtung wirken können, und die gegenseitige Beeinflussung der Einflußgrößen zu jetzt noch nicht eindeutig absehbaren Ereignissen führen. Hinzu kommt die mediale und psychologische Reaktion auf die Entwicklung der Ereignisse. Weiterhin spielen nichtwirtschaftliche Themen wie die Geopolitik und die nach wie vor unterschätzte Umweltproblematik eine Rolle. Diese Gemengelage wirkt auf insbesondere in den USA sehr weit gelaufene Märkte, ungelöste Probleme in der europäischen Wirtschaftsstruktur und insgesamt verzerrte Risikobewertungen nicht zuletzt auch an den Rentenmärkten ein. Als Reaktion (und idealerweise Antizipation) habe ich in den letzten Wochen long-Positionen zugunsten von short-Positionen abgebaut. Es sind nun ca. 40% des wikifolios in diversen short-Papieren angelegt. Möglicherweise kann man auch die Investitionen im Edelmetallbereich als ähnlich orientierte Absicherung verstehen. Die short-Positionen beziehen sich mehrheitlich auf die großen Aktienindizes, berücksichtigen aber auch Renten, Öl und Industriemetalle. Leider hat gerade die erratische Entwicklung des Ölpreises in den letzten Wochen zu einer weiteren Verschlechterung der wikifolio-Performance geführt. Beobachter des wikifolios mögen nun einwenden, daß diese Aufstellung nicht unbedingt konform mit meinen wikifolio-Regeln und einer schwerpunktmäßigen Anlage in Value-Werten erscheinen mag. Zu diesem Thema möchte ich jedoch nochmal eine Überlegung aufgreifen, die ich bereits früher angesprochen habe. Da Barmittel zum Ausnutzen etwaig attraktiv gesunkener Preise nicht durch Zuflüsse sondern allein durch Erwirtschaftung aus dem wikifolio selbst entstehen können, erscheint mir trotz der Risiken dieses Vorgehens ein deutliches Shorten gegenüber dem Halten von Bargeld vorteilhafter. Etwas abstrakt betrachtet könnte man weiterhin das Shorten von Falsch-/Überbewertungen als Werterhalt oder -generierung selbst verstehen. Ähnlich ist auch der vorsichtige Ausbau der Minenpositionen in den letzten Wochen zu verstehen. Abgesehen von entsprechenden Fondsengagements baue ich hier von vielen Kommentatoren wiederholt als qualitativ vergleichsweise hochwertig angesehene Einzelpositionen auf, die augenblicklich nahe dem Buchwert oder darunter zu haben sind, was bedeutet, daß zukünftige positive Cashflows als Geschenk mit erworben werden. Der Sauren Global Defensiv erscheint augenblicklich als Sicherheitsinvestment besonders geeignet, da hier vermehrt auch alternative Instrumente, insbesondere Absolute Return Konzepte eingesetzt werden. Dieser Fonds erscheint mir beispielsweise gegenüber dem DWS Concept Arts Conservative als überlegen, der als Trendfolger mit Rentenschwerpunkt momentan einen schweren Stand hat. Die DEKA-Immobilienfonds wurden als Versuch integriert, die Immobilienorientierung des wikifolios zumindest etwas unabhängiger von den Aktienmärkten zu gestalten. Die Schwäche der Aktienmärkte gegen Ende August konnte genutzt werden, Bastei Lübbe nahe dem Buchwert zu erwerben. Dieser Wert sollte sich aufgrund des Geschäftes in preisgünstigen Massentiteln sowie dem Ausbau des Digitalgeschäftes gegen den negativen Trend in der Medienbranche behaupten können. Gegen den Trend wurde mit BMW ein zyklischer Titel erworben. Diese Position soll aufgrund der hervorragenden Kennzahlen bei weiter sinkender Bewertung ausgebaut werden. Hier erscheint meiner Meinung nach auch das Thema Elektroantrieb überzeugender angegangen zu werden als bei vielen Konkurrenten. Mit besten Grüßen M. mehr anzeigen
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