Wer wird Ende 2020 das wertvollste Unternehmen der Welt sein?

Noch bis morgen, den 29.11., gibt es ein interessantes User-Voting auf wikifolio.com. Die Frage: Wer wird Ende 2020 das wertvollste Unternehmen der Welt sein? Zur Wahl stehen Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet. 

2020-Ausblick
Quelle: freepik.com

Wir haben uns in den letzten Jahren schon daran gewöhnt, dass die Tech-Riesen dieses Rennen unter sich ausmachen. Der bzw. die eine oder andere wird sich aber sicherlich auch noch an die Zeiten erinnern, als mit Exxon , BP und Shell gleich mehrere Öl-Riesen in der Spitzengruppe lagen. Sollte der geplante Börsengang von Saudi Aramco, dem staatlichen Ölkonzern aus Saudi Arabien, in den nächsten Wochen tatsächlich wie geplant Realität werden, dann wird wohl Ende 2020 einmal mehr ein Vertreter der Öl-Branche den Spitzenplatz einnehmen. Allerdings wird bis auf Weiteres nur ein kleiner Teil der Aktien überhaupt an der Börse gehandelt werden.

Wie wird der Wert eines börsennotierten Unternehmens berechnet?

Bevor ich im Folgenden meine persönliche Meinung dazu abgebe, welcher Tech-Riese 2020 besonders erfolgreich sein wird, möchte ich zunächst hinterfragen, was denn eigentlich die Bemessungsgrundlage für den Wert eines börsennotierten Unternehmens sein sollte.

In den üblichen Ranglisten wird meist mit der Marktkapitalisierung gearbeitet. Das ist der Gesamtwert aller Aktien eines Unternehmens und wird berechnet als Produkt aus Aktienkurs und der Anzahl ausgegebener Aktien.

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Marktkapitalisierung im Vergleich

Tech regelt: Die vier wertvollsten Unternehmen der Welt sind Apple und Microsoft mit jeweils knapp 1,2 Billionen Dollar, gefolgt von Alphabet und Amazon.

In dieser gängigen Betrachtungsweise liegen Apple und Microsoft aktuell fast gleichauf mit einem Wert von je knapp 1.200 Milliarden US-Dollar. Damit sind sie ca. 30 Prozent mehr wert als Alphabet und Amazon , die ebenfalls fast gleichauf liegen mit einer Marktkapitalisierung von je etwa 900 Milliarden Dollar.

Der Enterprise Value als „realer" Unternehmenswert

Aber Achtung: Will man den realen Wert eines Unternehmens ermitteln, so ist die Marktkapitalisierung alleine nicht ausreichend. Vielmehr sollte man stets auch die Barmittel und Schulden in der Bilanz berücksichtigen.

Zum besseren Verständnis ein fiktives Beispiel: Unternehmen A und B haben jeweils eine Marktkapitalisierung von 1 Milliarde Euro. Unternehmen A ist schuldenfrei und verfügt über Barmittel von 500 Millionen Euro. Unternehmen B hat indes 500 Millionen Euro Schulden und keine Barmittel.

Der echte Wert von Unternehmen A (= Enterprise Value) beträgt nur 500 Millionen Euro, denn ein fiktiver Käufer könnte ja alle Aktien für 1 Milliarde Euro kaufen und würde dafür einen Cashbestand von 500 Millionen zusätzlich zum „nackten“ Unternehmen erhalten. Entsprechend hätte er unterm Strich für Unternehmen A nur 500 Millionen gezahlt.

Der echte Wert von Unternehmen B (= Enterprise Value) beträgt hingegen 1,5 Milliarden Euro, denn ein fiktiver Käufer, der alle Aktien für 1 Milliarde Euro kauft, übernimmt damit auch Zahlungsverpflichtungen von zusätzlich 500 Millionen Euro und zahlt somit insgesamt 1,5 Milliarden Euro für das „nackte“ schuldenfreie Unternehmen.

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Enterprise Value im Vergleich

Der Unternehmenswert der vier Tech-Giganten zeichnet ein differenzierteres Bild. Apple führt eindeutig(er), während Alphabet schon fast abgeschlagen auf Platz 4 rangiert.

Tatsächlich ergibt sich bei den Tech-Riesen ein anderes Bild, wenn man den Enterprise Value anstatt der Marktkapitalisierung vergleicht. Apple liegt hier aktuell immerhin acht Prozent vor Microsoft, 38 Prozent vor Amazon und ist sogar fast 50 Prozent wertvoller als Alphabet.

Schon alleine dieser große Vorsprung spricht also in jedem Fall dafür, dass Apple auch Ende 2020 beim Enterprise Value vorne liegen wird - zumal es Apple immer besser gelingt, die Abhängigkeit vom iPhone zu reduzieren und Microsoft gemessen am Verhältnis von EV zu Sales schon jetzt historisch hoch bewertet ist.

Welches Unternehmen kann seinen Wert verdoppeln?

Viel spannender als die Frage nach der kurzfristigen Kursentwicklung innerhalb der nächsten 12 Monate finde ich aber ohnehin die Frage, welcher dieser Tech-Riesen das Zeug dazu hat, sich in den kommenden Jahren nochmals im Wert zu verdoppeln.

Ich tippe auf Alphabet. Der Konzern ist viel dafür kritisiert worden, dass die Aktie den anderen FAANG-Aktien seit Jahren hinterherhinkt, weil man mit langem Atem in neue bisher unprofitable Geschäftsfelder investiert. Ich glaube, diese Investitionen werden sich für die Alphabet-Aktionäre in den kommenden Jahren verstärkt auszahlen.

Daher ist die Google-Mutter im Gegensatz zu Apple, Microsoft und Amazon aktuell auch in High-Tech Stock Picking vertreten. Denn nur Anteilsscheine mit einem mittelfristigen Potential von mehr als 100 Prozent bekommen einen Platz in meinem wikifolio. 

Chart

Auf meinem Blog hatte ich kürzlich erläutert, wie ich seit dem Start im Jahre 2016 mit dieser Strategie neun Multibagger für das wikifolio identifizieren konnte. Diese haben wesentlich zur guten Wertentwicklung des Portfolios mit einer durchschnittlichen Performance von 25 Prozent p.a. (Stand 28.11.19) beigetragen.

Multibagger-Aktien für das Portfolio: Stefan Waldhauser erklärt, wo er sie findet ...


Disclaimer: Stefan Waldhauser ist wikifolio-Trader und betreut als stwBoerse die beiden wikifolios High-Tech Stock Picking sowie Stock Picking nach Peter Lynch . Außerdem betreibt er unter high-tech-investing.de seinen eigenen Tech- und Growth-Aktien-Blog.  An dieser Stelle kommentiert er finanzmarktrelevante Nachrichten und Ereignisse und analysiert Aktien, in denen er möglicherweise auch im Rahmen seines wikifolios engagiert ist. Der Text spiegelt die Meinung des Autors wider. wikifolio.com übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung. Der Inhalt stellt keine Anlageberatung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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