10.11.2018| Von: Andreas Kern |

 

Portrait Andreas Kern

Unsicherheit sorgt an der Börse regelmäßig für Zurückhaltung. Insofern sind die ersten Marktreaktionen auf den Ausgang der Midterm-Elections nachvollziehbar. Denn obwohl die Demoskopen das Ergebnis im Vorfeld recht zutreffend prognostiziert hatten, wurde die politische Unsicherheit erst mit den tatsächlichen Wahlergebnissen abgeschüttelt. Die US-Aktienmärkte schalteten unmittelbar darauf in den Rally-Modus. Für die verbleibenden zwei Amtsjahre hat es US-Präsident Trump nun mit einer demokratischen Mehrheit im Repräsentantenhaus zu tun. Dagegen konnten die Republikaner ihre bislang hauchdünne Mehrheit im Senat sogar ausbauen. Angesichts von „Midterms“, die oft auch Denkzettel-Charakter für die Partei des Präsidenten haben, ist das sogar ein echter Erfolg der Republikaner. Ob die Stärkung der Demokraten im Repräsentantenhaus bei Trump zu einer erhöhten Kompromissbereitschaft führen wird, bleibt also abzuwarten.

„German Midterms“

„German Midterms“

Trotz Trumps Sprunghaftigkeit sind die US-Aktienmärkte mit seiner Präsidentschaft bislang ohnehin ganz gut gefahren. Das dürfte neben seiner grundsätzlichen Wirtschaftsfreundlichkeit auch an einem ausgeprägten Hang zum Pragmatismus liegen. Denn nichts liebt Trump mehr, als einen Deal zu verkünden, etwa eine Einigung im Handelskonflikt mit China, der derzeit noch auf den Märkten lastet. Während der nun anstehenden US-Wahlkampfpause sollte die Chance für pragmatische Lösungen jedenfalls steigen. Dagegen kommt es in Deutschland mit dem angekündigten Rücktritt Angela Merkels als CDU-Chefin zu „Midterms“ ganz eigener Art. Das Schaulaufen der Kandidaten ist bereits in vollem Gange und betrifft perspektivisch auch die Kanzlerschaft. Damit ist die politische Unsicherheit in Deutschland derzeit sogar noch größer als in den USA unter Trump.

Chancen durch Wandel

Aber nicht nur die Politik befindet sich in einer spannenden Umbruchsituation. Auch viele Unternehmen müssen sich auf veränderte Marktbedingungen einstellen. Genau solche Turnarounds versucht das wikifolio „GermanAllCap - Fokus Nebenwerte“ von Patrick Möller („GermanAllCap“) aufzuspüren. Möller investiert hauptsächlich in Nebenwerten, weil diese von den meisten Analysten und Investoren ansonsten eher wenig Aufmerksamkeit erhalten. Dabei interessieren ihn Geschäftsmodelle, die eine Neuausrichtung oder Restrukturierung durchlaufen. In beiden Fällen gibt es zwar ein erhöhtes Risiko, dem stehen aber auch weit überdurchschnittliche Renditechancen gegenüber. 

GermanAllCap - Fokus Nebenwerte

Was dies konkret bedeutet, zeigen die vergangenen zwölf Monate. In diesem Zeitraum musste Möller analog zum Gesamtmarkt zwar einen Rückgang um knapp 10% hinnehmen. Allerdings verteidigt er seit Auflage des wikifolios im Herbst 2015 weiterhin ein Plus von rund 57%. Dieses stammt zumindest teilweise auch aus gezielten Investments in Technologietitel wie Nemetschek und Wirecard. Mit Aurelius setzt Möller zudem auf einen ausgewiesenen Spezialisten für Turnarounds und Restrukturierungen.

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Alles erlaubt!

Ein Mangel an Pragmatismus oder das halsstarrige Festhalten an einer Fehleinschätzung bleiben an der Börse selten ungestraft. Insofern erscheint der Ansatz von Carolin Schewe-Lenz („JML“) besonders in der aktuellen Marktphase vielversprechend. Ihr wikifolio „allallowed“ greift auf ein breites Spektrum von Anlagestrategien und Instrumenten zurück. Neben Investments in sogenannte „High-Value-Aktien“ wie McDonald's, Wirecard und Tomra Systems setzt Schewe-Lenz auf klassische Trading-Strategien mit einer meist nur kurzen Haltedauer. Hebelprodukte und Short-Trading-Produkte sorgen darüber hinaus für die gewünschte Diversifikation und Flexibilität. Ziel ist es, möglichst unabhängig vom Gesamtmarkt eine positive Rendite unter geringen Schwankungen zu erzielen.

allallowed

In der aktuellen Marktlage setzt das wikifolio auf eine hohe Cash-Quote von über 60% sowie einen Gold-ETF mit einer negativen Korrelation zu den großen Aktienindizes. Während die Strategie auf Jahressicht immerhin zu einem leichten Zugewinn von 5% führte, sind es seit Auflage im Jahr 2015 sogar rund 45%.

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Die Kraft der zwei Säulen

Dass sich Stock-Picking gewinnbringend mit einem Timing des Gesamtmarktes verbinden lässt, beweist Tom Jakobi („Erntehelfer“) mit seinem wikifolio „Doppelanalyse (Chance) SL+“. Ein Zugewinn von über 130% in den letzten fünf Jahren ist ein mehr als überzeugendes Ergebnis. Auch über das letzte Jahr gelang es Jakobi, ein leichtes Plus zu erwirtschaften. Eine Säule seiner Strategie besteht aus klassischem Stock-Picking. Jakobis Interesse gilt unterbewerteten Aktien, deren Potenzial vom Markt bislang nicht oder nur unzureichend erkannt wurde. Typischerweise beträgt der Anlagezeitraum hier ein bis zwei Jahre, wobei er sich vor allem auf deutsche Titel konzentriert. 

Doppelanalyse (Chance) SL+

Zu seinen Top-Positionen zählen derzeit die Beteiligungsgesellschaft FinLab, die Nordwest Handel AG und der Immobilienentwickler Eyemaxx. Auch Fonds sind als Depotbeimischung möglich. Die zweite Säule besteht aus einer Makro-Analyse, die Jakobi zum Timing seiner Käufe und Verkäufe nutzt. Erscheint der Gesamtmarkt überbewertet oder technisch angeschlagen, arbeitet er mit Short-ETFs auf Indizes. Aktuell sind noch rund 9% des wikifolios in einem Short-Zertifikat auf den DAX angelegt.

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Was kommt?

Das sollten Anleger im Auge behalten

Am kommenden Mittwoch werden die Daten zur BIP-Entwicklung während des dritten Quartals in Deutschland und der Eurozone veröffentlicht. Damit herrscht dann zumindest Sicherheit über die jüngste Vergangenheit. Interessanter ist aus Sicht der Märkte aber, was kommt. Dafür gibt der ZEW-Index Anhaltspunkte, der am Dienstag veröffentlicht wird – allerdings ist die dort gemessene Stimmung der Finanzmarktprofis ziemlich volatil. Aus den USA erwartet uns ein ganzes Bündel an börsenrelevanten Zahlen: Die Verbraucherpreise am Mittwoch, Einzelhandelsumsätze und Philly-Fed-Index am Donnerstag, sowie Kapazitätsauslastung und Industrieproduktion am Freitag.

Dagegen läuft die Berichtssaison zum dritten Quartal langsam aus. Lediglich am Donnerstag lässt sich mit Wal-Mart noch einmal ein Unternehmen in die Bücher schauen, dessen Zahlen als einer der Gradmesser für den US-Konsum gelten.

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