Meine Erfahrung mit Wertpapieren…. Seit ca. 25 Jahren bin ich in Aktien investiert und habe wohl alle Fehler gemacht, die man nur machen kann. Aber der größte aller Fehler war wohl: Ich habe auf Berater, Analysten, Bankangestellte und staatliche Beratungsstellen gehört. Der zweitgrößte Fehler war: Ich habe die allgemeinen und marktüblichen Regeln des Investierens, wie Stop Loss, Limit, Kaufen von ETFs, Kaufen von Fonds allgemein, nicht hinterfragt. Als ich dies begriffen hatte, fing ich an mir die Unternehmen anzusehen, in die ich investierte und dabei sind mir einige Merkwürdigkeiten aufgefallen. Die guten, werthaltigen Titel hatten alle etwas gemeinsam, sie existierten schon sehr sehr lange, manche von ihnen mehr als 150 Jahre, sie stellten meist geringwertige Güter des täglichen Bedarfs her, sie hatten eine beherrschende Marktstellung und sie zahlten seit vielen Jahren stetig eine Dividende. Allerdings waren das alles Unternehmen, die an der Börse keine aufregenden Kursbewegungen machten, ja, im Gegenteil, manchmal hinkten sie den Indizes über Jahre hinterher. Aber es waren auch diejenigen Unternehmen, die sich in Krisenzeiten wesentlich stabiler verhielten, als der Rest der Meute. Wie bin ich zum Handel mit Wertpapieren gekommen? Ich komme aus einem konservativen Elternhaus. So bekam ich bereits im zarten Alter von 14 Jahren einen Bausparvertrag auf's Auge gedrückt mit einer Laufzeit von 30 Jahren. Ermutigende Aussichten, fand ich damals. Aktien oder gar Gold hätte mein Vater niemals angefasst. „Das ist Teufelswerk“, sagte er immer. Alles andere, was sonst noch um das Thema Geld und Anlage existierte, kannte er nicht. Er hätte mir nie erklären können, was ein Optionsschein ist, was Genussscheine sind, wie ein Derivat aussieht und wie man sein Geld in Aktien anlegt. Für ihn gab's nur das gute alte Sparbuch und natürlich den bereits erwähnten Bausparvertrag. Und recht hat er gehabt, er ist zwar arm gestorben, so arm wie ein Beamter im mittleren Dienst eben sterben kann, aber er hatte Zeit seines Lebens auch niemals die Höhen und Tiefen eines Aktionärs kennengelernt. Er ruhe in Frieden. Angefangen hat alles damit, dass ich in den Siebzigerjahren Gold kaufte. Gold, richtiges Gold. Gelbes schimmerndes Metall in Form von Münzen, die man klimpernd durch die Hände laufen lassen konnte. Das blitzte und blinkte, war wunderschön anzusehen. Und es kostete mich 163DM die Unze. Ja, es ist kaum zu glauben, mehr kostete das gelbe Metall damals nicht. Ich hatte keine Ahnung, warum ich das tat, ich folgte nur blind dem Rat eines Kommilitonen, dessen Vater im Vorstand einer Bank tätig war. Der müsse es schließlich wissen, dachte ich mir, der sitzt eben an der Quelle. Und es funktionierte. Innerhalb weniger Wochen schoss der Goldpreis in die Höhe, und ich hatte das Glück, zum höchsten Kurs zu verkaufen. Es funktionierte so gut, dass ich mir mit dem Erlös zusammen mit meiner italienischen Freundin innerhalb weniger Jahre ein Haus in Italien kaufen konnte. Gut, das klingt jetzt spektakulär, aber das Haus kostete damals nur 23.000DM, war eine Bruchbude und musste während der folgenden drei Jahre von der Familie meiner zukünftigen Frau aufwendig renoviert werden, was noch einmal 20.000DM kostete. Das fixte mich sozusagen an. Geld auf so einfache Weise zu verdienen, damit hatte ich nicht gerechnet. Was ich damals nicht wusste; ich hatte rein zufällig den richtigen Moment erwischt, denn kurz zuvor löste sich in Bretton Woods die größte Wirtschaftsmacht der Welt vom Goldstandard. Der Dollar musste nicht mehr mit Gold abgesichert sein, das sollte die schwächelnde Weltwirtschaft wieder auf Trab bringen. Bretton Woods war damals für mich kein Begriff, also schrieb ich mir selbst den Erfolg zu und war sehr stolz darauf. Mutig geworden, kaufte ich mir von dem Rest des Goldes Aktien. Da ich keine Ahnung hatte, vertraute ich mich einem Berater bei meiner Bank an. Der riet mir, die restlichen 8.000DM in Dollaroptionen anzulegen. Der Dollarpreis müsse steigen, dann könne überhaupt nichts schiefgehen, außerdem liefe die Option noch fast ein halbes Jahr, in dieser Zeit würde der Dollar ganz gewiss steigen. Der Dollar stieg natürlich nicht und meine Optionen verfielen wertlos, wie es im Börsenjargon so schön heißt. Welche Trading-Erfolge hatte ich in der Vergangenheit? Alles in allem gesehen..., keine Erfolge beim Traden. Auch dies habe ich in der Vergangenheit versucht, aber es galt eben stets: Wie gewonnen so zerronnen. Allerdings..., seit ich mein Depot vor drei Jahren vollständig auf meine konservative Dividendenstrategie ausgerichtet habe, kann ich auf einige Erfolge verweisen, denn es hat sich der Wert meines Depots um etwas über 60% gesteigert. Meine Nettorendite, gewonnen aus Dividendenzahlungen, liegt bei gut 7% gemessen am eingesetzten Kapital und bei 3,2% vom gegenwärtigen Wert des Depots. Mittlerweile kann ich ziemlich gut von meinen Dividenden leben. Meine Gedanken zur aktuellen Marktlage…. Bei meiner Strategie ist die Marktlage völlig unerheblich. Ich kaufe, wenn ich Geld habe, verkaufen tue ich nur selten, aber das ist bisher noch nicht nötig gewesen. Das Problem beim Verkaufen ist ja nicht das Verkaufen selbst, sondern das darauffolgende Kaufen. Nach meiner Einschätzung gibt es weltweit nur ca. 50 Titel, die nach meiner Strategie kaufenswert sind. Wenn ich also einen Wert verkaufen würde, hätte ich die Wahl, mir aus den 50 Titeln einen auszusuchen, der die Kriterien erfüllt, welche ich an Käufe anlege, und da kommt man schnell an Grenzen. Wenn das Gleichgewicht meines Depots zu sehr gestört ist, dann überlege ich, welchen Titel ich noch aufnehmen könnte und den baue ich dann so aus, dass er in meine Verteilung passt. So hat sich Altria seit meinem Kauf um 257% verbessert, auch Reckitt ist um mehr als 110% gestiegen, des weiteren GE und auch GIS. Wie viel Zeit verwende ich für meine Handelsidee aufwenden? Wenig. Ich sehe mir jede Woche einen meiner Werte an, bewerte sie und entscheide dann, welcher von ihnen aufgestockt werden soll. Zum Aufstocken verwende ich nur das Geld, welches mir von meinen Dividendenzahlungen übrig bleibt. Das erfordert nicht viel Zeit, dafür bleibt eben mehr Zeit mir mit meiner Frau die Welt anzusehen. Beim Kauf achte ich nicht auf den Kurs, denn ich kaufe Unternehmen, keine gegenwärtige Kursentwicklung, denn ich habe entdeckt, dass ich mich bei meiner Strategie bereits nach einigen Wochen schon, nicht mehr an den Einkaufskurs erinnern kann (Altria Ersteinkauf 11€ heutiger Stand 60€). Deshalb setze ich auch kein Stop Loss oder Limit beim Kauf. Es fehlt mir einfach die richtige Glaskugel dafür. Auch kaufe ich grundsätzlich keine Fonds oder ETF's, weil ich gerne wissen möchte, was ich kaufe und bei einem Fonds-Anteil oder ETF, kaufe ich eine Tüte deren Inhalt ich nicht kenne und das mache ich im Supermarkt nicht und erst recht nicht beim Kauf von Aktien. Wie bereits erwähnt, ich lebe von meinen Dividenden und da werde ich mir keine merkwürdigen Spekulationen erlauben. Meine doch recht einfache Strategie habe ich in einem Buch niedergeschrieben und veröffentlicht, Titel: "Finanzberatung? Nein Danke!" Auf Amazon zu finden.

Experience in securities trading

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