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Dominik Sibarani
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NeoBoheme
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Per aspera ad astra cum audacia et concordia.
Ich wurde eines schönen Sommertages, zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs, in Heidelberg geboren. Dort und auch in einem liebenswürdigen Vorort der idyllischen Stadt am Neckar bin ich größtenteils aufgewachsen. Dank der wundervollen Menschen waren es Jahre der Freude, an die man gerne zurückdenkt. Auch habe ich in meiner Kindheit zeitweise im kurpfälzisch glanzvollen Schwetzingen gewohnt, womit ich schönste Erinnerungen verbinde. Etwa wie ich unbekümmert im prachtvollen Schlossgarten - zu dessen Erhalt mein Urgroßvater Friedrich tatkräftig als Maurer und später als Aufseher beitrug - mit meiner Oma anmutige Pflanzen und Tiere bestaunt, Kastanien gesammelt, Eichhörnchen gefüttert, altehrwürdige Tempel erkundet und einfach durch und durch glückliche Kindheitstage verbracht habe. Mein junges Dasein bereichert hat ebenso, dass ich einen Teil meiner Jugend in der hessischen Vierburgenstadt Neckarsteinach leben durfte, wo ich die faszinierende Natur des Odenwaldes lieben gelernt und auch einen Angelschein gemacht habe. Das Angeln, aber auch das Schachspiel, welches mir mein Vater schon im Alter von 9 Jahren beibrachte, halfen mir, mich von kindlicher Unruhe befreiend in mehr Geduld (eine der 3 G von Kostolany, heutzutage leicht missverständliche Bezeichnung) zu üben und langfristiges Denken zu entwickeln.
Den Horizont erweitert haben zudem vielfältige Reisen, die ich seit frühester Kindheit unternahm. In Deutschland die vielen familiären Besuche ins schöne Bayern nach Traunstein, München, Wolfratshausen, samt bezaubernder Tage an der Isar und am Chiemsee mit all den traumhaften Landschaften, Alpengebirgen (wo ich auf einem Bauernhof das Glück hatte, mitzuerleben, wie ein kleines Kalb das Licht der Welt erblickte und von seiner Mutterkuh begrüßt wurde) und der allenthalben hemdsärmelig-liebenswürdigen Kultur. In Europa wiederum gefielen mir am meisten die häufigen Reisen in die Niederlande (etwa ins beschauliche Vrouwenpolder und Marken), wie auch nach Griechenland (vor allem Kreta, Samos und Ikaria), Italien (das kulinarische Dolce Vita in Milano und das einzigartige Venedig genießend), Belgien (wo ich während eines Aufenthalts in einem Musikinternat live den Gitarrenklängen von Jacques Stotzem lauschen durfte), Spanien und Frankreich (insbesondere Paris und Elsass). Darüber hinaus fiel mir dank zahlreicher Verwandtschaft das Glück zu, auch in die USA zu den beeindruckenden Rocky Mountains fliegen zu können und fast jedes zweite Jahr nach Indonesien, wo ich in Java, Sumatra und Bali meine Familie väterlicherseits besuchte und über Flora, Fauna, aber auch Architektur, wie den buddhistischen Borobudur-Stufenpyramiden-Komplex, Jakartas Wolkenkratzer und geschichtsträchtige Kolonialbauten oder Balis malerische Tempelkulissen, samt traumhaften Stränden, faszinierenden Menschen und exotischer Lebensart ins Staunen geriet. Die hieraus erwachsenen unschätzbaren Erinnerungen führen mir immer wieder vor Augen, wie wunderschön facettenreich und vor allem kostbar unsere Welt doch ist, was in mir einen moralischen Standard zu deren Erhalt begründet hat, der mich auch bei meinen Investments leitet. In meinem persönlichen als „Moral Value“ bezeichneten Konzept versuche ich, Kapitalanlagen in Bereichen wie Palmöl oder Soja, im Sinne dieses ethischen Anspruchs möglichst zu meiden. Gewinne um jeden Preis (die rücksichtslose Gier gehört gerade nicht zu Kostolanys 3 G!) kommen für mich nicht infrage, da hierdurch die lebenswichtigen Regenwälder in Südamerika und Südostasien in unvorstellbarem Ausmaß zerstört werden.
Apropos investieren: Zum Wertpapierhandel kam ich über meinen Vater, der an der Gadjah-Madah-Universität BWL und an der Universität Heidelberg VWL und Ethnologie studiert hatte und mir beibrachte, Bilanzen zu lesen. Ihm gelang es, eine sehr frühe Begeisterung für die Börse in mir zu wecken. Ich werde es nie vergessen, wie er mir am Esstisch mit seinen Lieblingsliedern von Demis Roussos und Procol Harum im Hintergrund freudig erklärte, was eine Aktie ist. So durfte ich dann auch voller Neugier bereits mit 16 Jahren meine ersten Aktien kaufen, namentlich von Siemens (Mein Vater war Siemensianer, hatte aber auch für Nokia gearbeitet, was mein bestes Handy war, deren Aktien ich damals jedoch zum Glück verschmähte) und Sun Microsystems. Von da an begleiteten mich die ntv-Telebörse mit Friedhelm Busch, Carola Ferstl, Raimund Brichta, Katja Dofel und dem fabelhaften Markus Koch täglich; auch die legendäre 3sat-Börse versäumte ich nie. Wo ich zuvor noch mit großem Eifer Disneys Lustige Taschenbücher, Tim und Struppi, das Sparkassenmagazin Knax, Asterix und Obelix, Ephraim Kishon, Fix und Foxi und ganz besonders YPS gelesen hatte, begann ich mich nun zunehmend für Börsenliteratur (wegen der Reisen aber auch für National Geographic, Aero und die Flug Revue) zu interessieren.
Dabei begeisterten mich vor allem die Werke und Bonmots von André Kostolany, dem äußerst weisen, humorvollen, liebenswürdigen und einzigartigen Grandseigneur der Börse. Weiterhin prägten mein Denken stark die Bücher von George Soros mit seiner Kritik am Marktfundamentalismus und vorherrschenden ökonomischen Ansichten, aber insbesondere seine Reflexivitätstheorie und die Einflüsse des Kritischen Rationalismus, dessen Begründer, Sir Karl Popper, Soros' philosophischer Mentor war. In Auseinandersetzung mit weiteren Werken und Denkanstößen zur Börse (u.a. Benjamin Grahams „The Intelligent Investor“, sowie Charlie Mungers „Poor Charlie's Almanack“), Philosophie (vorrangig der Deutsche Idealismus mit Hegels Dialektik und Kants Ideen zur Aufklärung, aber auch Sokrates, Platon sowie Sir Karl Poppers und Hans Alberts Gedanken zum Fallibilismus) und einer gerechten wie gedeihlichen Wirtschaftsordnung (insoweit den Ordoliberalismus und die Soziale Marktwirtschaft nach Alfred Müller-Armack, Walter Eucken, Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow und Ludwig Erhard bevorzugend) habe ich eigene Auffassungen entwickelt. Hierzu gehört etwa eine dem Q²-Ansatz zugrunde liegende Inhalts- und Strukturformel. Wesentliche Gedanken versuche ich in ihrer Abstraktheit als konzeptionellen Perzeptionsrahmen zu verwenden und in Gestalt von konkreten Investmentthesen auf die Praxis herunterzubrechen. Bei überaus erfolgreichem Gelingen behalte ich mir vor, diese zu einer eigenen Philosophie weiterentwickelten Ansätze in Buchform zu veröffentlichen und auch in anderen Bereichen nutzbar zu machen. Im Kern geht es mir darum, nicht nur Gedanken zu denken, sondern zu leben. Durch einen kritischen Geist und ein selbstreflektiertes Sein möchte ich mich zumindest graduell von blindem Herdentrieb und Reflexivitätsfallen loslösen. Hiermit versuche ich gleichsam, George Soros' Paradigma mitsamt den Prägungen seines prominenten geistigen Ziehvaters intellektuell wie lebenspraktisch am besten gerecht zu werden. So lässt sich das Streben nach Freiheit und Glück und deren Verwirklichung an der Börse als bloßem Teilsystem mit dem größeren Ganzen und der Verantwortung jedes freien Individuums verbinden. Ich meine, dass wikifolio mit seinem innewohnenden Potenzial aus Bottom-up-Ansatz, Transparenz und Partizipationsmöglichkeit geradewegs ideal dafür ist, neue Wege abseits ausgetretener Pfade zu beschreiten.
Als Lehre aus der Finanzkrise, dass es an der Börse gelinde formuliert nicht immer nur nach oben geht, habe ich in 2010 die Finanztermingeschäftsfähigkeit erlangt. Seitdem handle ich auch mit Derivaten, um mich besser abzusichern und in verschiedenen Marktlagen zielgerichteter agieren zu können. Insbesondere mit Blick auf erschütternde Bilanzbetrugsskandale (Enron, Worldcom etc.), Algorithmenhandel, Hedge Fonds und Leerverkäufer, die mit ihrer finanziell überlegenen Marktmacht gegenüber Kleinanlegern im Vorteil sind, sehe ich die maßvolle Verwendung von strukturierten Finanzinstrumenten mit Leverage als sinnvoll an. Auch angesichts technischer wie menschlicher Risiken (z.B. Fat-Finger-Vorfällen), sowie den Eigentümlichkeiten der Trump-Börse (da ich im „Der Freitag“-Blog zu Donald Trumps erster Amtszeit einige differenziert-kritische Beiträge verfasst habe, meine ich manche seiner Züge lesen zu können) bieten Derivate wertvolle Flexibilität: Im Gegensatz zu klassischen Aktien und Anleihen ermöglichen sie auch bei fallenden Kursen eine Absicherung und stellen ein weiteres Instrument zur Kapitalstreuung dar.
Gleichwohl vertrete ich den festen Standpunkt, dass hebelfreie Aktien und ETFs weiterhin den Portfolioschwerpunkt bilden und somit lediglich dynamisch ergänzt, jedoch nicht gänzlich ersetzt werden sollten. Auch und gerade das Social Trading und Investing, welches der namhafte Ökonom Prof. Nouriel Roubini als zukunftsträchtige Innovation gegenüber herkömmlichen Bankenfonds ansieht, gewinnt vor diesem Hintergrund immer stärker an Bedeutung. Denn es stellt mehr Fairness, Partizipation und Waffengleichheit zwischen Börsenestablishment und Retail Investoren her. Deshalb möchte ich mit eigenen wikifolios aktiv daran mitwirken, transparente und kompetitive Marktalternativen abseits des oligopolartigen Mainstreams zu eröffnen, damit Kleinanleger entgegen dem omnipräsenten Trend der Bevormundung selbst die Wahl haben.
Außerdem ist meines Erachtens die Finanzkrise von 2007/2008 bisher nicht in ihrem Kern gelöst worden. Denn zu wenige der damaligen Verantwortlichen wurden strafrechtlich und haftungsrechtlich zur Verantwortung gezogen (vgl. dazu auch Bernd Schünemann, „Die sogenannte Finanzkrise - Systemversagen oder global organisierte Kriminalität?“, Berlin 2010, passim). Mittels Bankenrettungsschirmen, Quantitative Easing und Niedrigzins wurden vielmehr lediglich die Auswirkungen, d.h. die Symptome, unterdrückt und dies auch nur temporär. Nicht überraschend lebte die zugrundeliegende „Systemerkrankung“ zwischenzeitlich als sog. „Eurokrise“ (richtig ist: Euroschuldenkrise; siehe dazu meine Analyse und die mittlerweile eingetretenen Prognosen bezüglich der Entwicklung der Wirtschaft in Dubai in dem E-Book: „Dubai nach der Finanzkrise“ aus dem Jahre 2011) u.a. wegen der massiven Verschuldung der Staaten (Schuldentransfer Private/Banken zu Staat) zugunsten der Rettung ihrer Finanzmärkte wieder auf und schwelt nun als gigantische Schuldenblase weiter. Indizien für ein „Here-we-go-again“ und ein Fortexistieren des Moral-Hazard-Problems begegnet man denn auch dieser Tage häufiger, wenn leichtfertig immense Neuverschuldungen unter Inkaufnahme des Bruchs vorheriger Wahlversprechen für enorme Rüstungsausgaben eingegangen werden (überbordende Rüstungsausgaben bei gleichzeitiger Deindustrialisierungstendenz, wie man sie auch gegenwärtig vorfindet, waren entscheidende Auslöser für die Griechenlandkrise!), wenn zweitens zirkuläre Finanzierungsstrukturen im KI-Sektor die Marktberichte dominieren, was in der aktuellen Fachdebatte zunehmend als ein rein bilanzielles Aufblasen der Umsätze diskutiert wird, flankiert von Zweckgesellschaften (SPVs), die stark an die damaligen Conduits erinnern, mit denen bekanntlich Bilanzrisiken auf nicht unumstrittene Weise ausverlagert wurden und wenn nota bene - als hätte es die Lehman Brothers-Präzedenz nie gegeben - höchstbedenkliche Verflechtungen zwischen Kapitalgebern und -nehmern zu Tage treten und schließlich, wenn KI-Infrastrukturausgaben mittlerweile die Größenordnung des US-Immobilienmarktes erreichen, dabei wie damals Kreditverbriefungen immer mehr zunehmen, indes der Wert der Kreditsicherheiten für Datencenter wegen kurzlebiger Hightech-Komponenten eher abnimmt, dazu spiegelbildlich ebenfalls wie ein Déjà-vu: Credit-Default-Swaps (CDS) durch die Decke gehen, sodass man sich fragt, ob man denn gar nichts aus all dem gelernt hat. Erst recht vor dem Hintergrund, dass in den USA Deregulierung (auch ein erheblicher Auslöser der Finanzkrise von 2007/2008) wieder zum Zauberwort von Reformen geworden ist.
Sobald die Zentralbanken die Zinsen stärker erhöhen, droht infolgedessen das Kartenhaus des billigen Geldes, welches schon Prof. Hans-Werner Sinn zutreffend als „Finanzcasino“ kritisierte, in sich zusammenzubrechen. Sowohl eine Staatsschuldenkrise als auch eine Schuldenkrise des Privatkreditmarktes mit crashartigem Durchschlagen auf die Finanzmärkte sind als Platzen einer potenziellen Bubble-of-Everything durchaus vorstellbar – zumal neben Kreditkartenschulden auch Wertpapierkredite mittlerweile ein Rekordausmaß erreicht haben. Andererseits besteht bei einem völligen Ausbleiben strafferer Zentralbankpolitik das Risiko einer anhaltend erhöhten Inflation, sprich einer Geldkrise, im schlimmsten Fall sogar einer Stagflation. Zu bedenken ist insofern, dass vor dem Hintergrund der zunehmenden Schuldenkonkurrenz zwischen Unternehmensanleihen (siehe die rasante Kreditexpansion des KI-Sektors) und Staatsanleihen (10-jährige US-Treasury-Yields notieren bereits an der 5-%-Marke) die Refinanzierungskosten für Unternehmen, Verbraucher und die öffentliche Hand stark steigen. Dies birgt die Gefahr, rezessive Impulse freizusetzen. Sollte etwa Japan als größter US-Bonds-Halter und Carry-Trade-Financier ins Wanken geraten, droht eine fatale Kettenreaktion. Die Risiken dafür sind real: Ein bedenklicher Verschuldungsgrad von über 200 % des japanischen BIPs - und mittlerweile über 100 % bei den USA - trifft auf Renditen 30-jähriger Nippon-Staatsanleihen, die mit 4 % auf einem Allzeithoch notieren, während der Yen zeitgleich auf ein 40-Jahres-Rekordtief abrutscht; wobei der zusätzliche inflationäre Druck steigender Energiepreise wegen der gegenwärtigen Blockade der Straße von Hormus als stagflationärer Brandbeschleuniger noch hinzukommt. Für den langfristigen Börsenerfolg ist es entscheidend, diese Gegebenheiten als Makro-Risiken im Hinterkopf zu behalten und der immer sichtbareren kollektiven Unvernunft nicht weiter hinterherzulaufen. Gleichwohl gilt es, trotz des hohen Wertes eigenständigen Denkens, stets den Markt und nicht lediglich die eigene Meinung zu handeln.
Die vorliegenden wikifolios sollen unter Würdigung all dieser Gesichtspunkte souverän dem vorgezeichneten Kurs folgen, d.h. weder panisch noch manisch, sondern stets besonnen und rational geführt werden. Damit werden sie dem Ziel näher sein als dem bloßen Wunsch!
Rechtliche Hinweise & Transparenz
Keine Anlageberatung: Alles, was Sie an dieser Stelle, insbesondere in meinen Kommentaren und Diskussionsbeiträgen, lesen, spiegelt lediglich meine persönliche, unverbindliche Meinung wider und dient der allgemeinen Information. Es handelt sich hierbei ausdrücklich nicht um eine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Finanzanlagen bergen Risiken bis hin zum Totalverlust. Bitte recherchieren Sie immer selbst, bevor Sie Geld investieren. Eine Haftung für finanzielle Schäden wird soweit rechtlich zulässig ausgeschlossen.
Hinweis auf Interessenkonflikte: Ich bin als Trader auf der Plattform wikifolio aktiv. Daher der wichtige Hinweis: Es ist gut möglich, dass ich in den hier besprochenen Aktien, Branchen oder in den Werten meiner wikifolios selbst Positionen halte und somit auf steigende oder fallende Kurse setze. Auch kann ich in meinen eigenen oder in anderen wikifolios investiert sein. Durch diese eigenen Investments besteht theoretisch ein Interessenkonflikt, da ich von den Kursbewegungen der erwähnten Werte finanziell profitieren könnte.
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