Die Deutsche Börse wiegt rund 50 Mrd. EUR, Euronext knapp 17 Mrd. EUR. Daraufhin sprangen beide Aktien um 2 bis 3 %. Konkrete Gespräche bestreitet die Deutsche Börse offiziell.
Blockiert und doch gewünscht
Brüssel hat Europas Börsenkonsolidierung bereits zweimal gestoppt – 2012 den Zusammenschluss mit NYSE Euronext, 2017 mit der Londoner Börse, beide Male wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken. Zugleich verfolgt die EU seit dem Draghi-Bericht verstärkt das Ziel einer echten Kapitalmarktunion, um mit den USA mithalten zu können. Eine Börsenfusion alleine würde die politischen und rechtlichen Gräben zwischen den Mitgliedsstaaten zwar nicht automatisch schließen, sie wäre aber zumindest ein erster, bedeutender Schritt in die Richtung.
Old school, aber gut
Kapitalerhalt vor Renditejagd – so lässt sich Holger Degeners Ansatz in seinem wikifolio Dividende und Eigenkapital Deutschland zusammenfassen. Zwei Kennzahlen entscheiden über die Aufnahme ins Portfolio: eine hohe Eigenkapitalquote und eine attraktive Dividendenrendite. Aber erst wenn zusätzlich Marktkapitalisierung, bereinigter Buchwert und Cashflow auf eine Unterbewertung hindeuten, greift er zu. Für das genaue Timing stützt er sich ergänzend auf Charttechnik, außerdem versucht er, saisonale Muster und nachrichtengetriebene Kursschwankungen für Käufe und Verkäufe zu nutzen. Gesucht wird vor allem am deutschen Markt, aus Transparenzgründen, wie er selbst betont. Bietet der heimische Markt keine attraktiven Gelegenheiten mehr, weitet Degener den Blick auf ausländische Titel, Fonds oder ETFs aus. Mit 81 Einzelwerten ist das Portfolio ausgesprochen breit aufgestellt. Größte Position ist mit Abstand (13,2 %), dahinter folgen , , und . Knapp 22 % Cash-Reserven ermöglichen ihm, jederzeit auf neue Chancen zu reagieren. Seit der Auflegung im Juni 2012 hat er eine solide durchschnittliche Jahresrendite von +13,2 % erzielt, macht einen Gesamtzuwachs von +489 %. Besonders bemerkenswert ist seine Einjahresperformance von +39 %.
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Nicht nur schreiben, handeln!
Was, wenn nicht ein Einzeltrader, sondern eine ganze Redaktion die Titelauswahl trifft? Genau darauf setzt Boerse Online Basiswerte: Das wikifolio bildet die Aktienfavoriten des gleichnamigen Anlegermagazins ab, das mit jahrzehntelanger Historie zu den etabliertesten des deutschen Zeitschriftenmarktes gehört. Verantwortet wird das Portfolio von Lars Winter, der die Redaktionsempfehlungen in konkrete Trades übersetzt. Günstige Bewertung, hohes Wachstumspotenzial oder eine besondere Marktstellung – diese Kriterien entscheiden aus Sicht der Redaktion über die Aufnahme, ergänzt durch ein intaktes charttechnisches Aufwärtsbild. Deutsche und internationale Standardwerte bilden den Schwerpunkt, während Nebenwerte lediglich als Beimischung dienen. Je nach Marktlage kann die Investitionsquote zwischen 0 und 100 % schwanken. Wo Einzeltitel fehlen, etwa bei Gold oder anderen Rohstoffen, greift die Redaktion ergänzend auf ETFs und Zertifikate zurück. Positionen bleiben in der Regel mindestens zwölf Monate im Portfolio. Die Aktienquote liegt bei 76,9 %. Neben deutschen Titeln wie , und finden sich darin auch US-Schwergewichte wie () und . Fast 10 % des Kapitals stecken in zwei börsengehandelten Produkten (ETPs) auf Gold und Bitcoin, also außerhalb des Aktienmarkts. Auch Winter hat mit 13,3 % Cash ein bequemes Liquiditätspolster. Im Jahresdurchschnitt legte das wikifolio um stabile +10,6 % zu, seit Februar 2020 summiert sich das auf ein Gesamtplus von +95 %.
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Geduld schlägt Gier
Hektik und Gier haben in Dieter Jaworskis wikifolio Die Dividendenstrategie keinen Platz. Sein Ziel: kontinuierlicher, nachhaltiger Vermögensaufbau statt schneller Gewinne. Im Zentrum stehen Unternehmen mit hohen Ausschüttungen – die Dividende wirkt dabei wie ein Sicherheitsnetz, das den Kurs nach unten stützt. Doch Jaworski warnt vor einem verbreiteten Denkfehler: Nicht die Höhe der Dividendenrendite allein entscheidet über die Qualität des Investments, das Unternehmen muss auch fundamental überzeugen. Dabei verfolgt Jaworski einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont. Seine Dividendenzahler sucht Jaworski nicht allein in Deutschland, aktuell sind auch Wachstumstitel aus den USA mit von der Partie. Derzeit managt er 27 Positionen, darunter , , , und . Über 13 % des Kapitals warten aktuell an der Seitenlinie. Seit Dezember 2012 summiert sich der Zuwachs auf sehr ordentliche +305 %, im Schnitt +10,6 % pro Jahr.
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Was kommt?
Die kommende Berichtswoche nimmt erst zur Wochenmitte volle Fahrt auf. Am Mittwoch veröffentlichen HCOB und S&P Global ihre Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe, den Dienstleistungssektor sowie die Composite-Werte, jeweils für Deutschland, die Eurozone und die USA. Am Donnerstag legt hierzulande das ifo-Institut seine Beurteilung der aktuellen Lage und der Geschäftsaussichten vor. Zum Wochenabschluss folgt am Freitag der GfK-Konsumklimabericht. In den USA stehen dann noch Auftragseingänge für langlebige Gebrauchsgüter, das Verbrauchervertrauen und die Inflationserwartungen zur Veröffentlichung an.
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