Bitcoin – „digitales Gold” oder „Zockerbude“?

Ist der Bitcoin unterwegs in Richtung 100.000 US-Dollar oder steht er vor dem Einbruch? Diese und viele weitere Fragen rund um die Kryptowährung debattieren die Top-Trader Althaus, Albietz und Dobetsberger.

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Quelle: Pixabay

Bitcoin spaltet die Geister. Soweit nichts neues. Die Debatte rund um die älteste Kryptowährung hat sich allerdings verändert. Besonders die Millionen-Investments namhafter Unternehmen und zuletzt die Ankündigung Paypals, Bitcoin-Zahlungen zu akzeptieren, stärken den Fans der digitalen Währung den Rücken. Aber was ist der Bitcoin nun? Digitales Gold oder Zockerprodukt? Technologie der Zukunft oder spieltheoretisches Experiment? Bald schon sechsstellig oder doch nichts mehr wert? Um das zu klären, haben wir die wikifolio-Trader Axel Albietz (TraderOnkel), Dirk Althaus (techguru) und Richard Dobetsberger (Ritschy) zu Wort gebeten. Und so viel sei vorab verraten, obwohl sie gänzlich andere Meinungen zu Bitcoin haben, in einigen Punkten sind sie sich alle einig.

Bitcoin: Irgendwo zwischen Gold und Casino

Dirk Althaus ist Bitcoin-Fan. Wenig überraschend fällt da sein Urteil zur populärsten Kryptowährung aus: „Ich sehe den Bitcoin als digitales Gold! Allerdings auch nur den Bitcoin, andere Krypto-Projekte - allen voran Ethereum - als disruptive Technologie.“

Axel Albietz, der in seinem wikifolio AA+ Master-Trading ohne Hebel mittels dem Bitcoin-Zertifikat XBT Provider auf die Kryptowährung setzt, sieht die Sache schon kritischer: „Bitcoin ist für mich eine Assetklasse, die sich gut zum Trading eignet, da der Bitcoin meist sehr volatil ist. Starke Schwankungen sind hier eher die Regel als die Ausnahme. Dadurch ist im Bitcoin meist auch sehr viel spekulatives Kapital involviert, das macht ihn aus meiner Sicht nicht zum sicheren Hafen des Digitalzeitalters.“

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Kennzahlen

  • +205,2 %
    seit 22.03.2016
  • +49,0 %
    1 Jahr
  • -
    Risiko-Faktor
  • EUR 2.368.986,22
    investiertes Kapital

Richard Dobetsberger findet die kritischsten Worte zur digitalen Währung: „Der Bitcoin selbst ist für mich wie eine typische ‚Zocker-Bude‘, für all jene, die schnell reich werden wollen. Aus meiner Sicht erinnert das stark an ‚The Wolf of Wallstreet‘, so ‚have fun guys‘. Die Volatilität ist gigantisch und mit Gold wohl kaum zu vergleichen. Daher ist es aus aktueller Sicht definitiv kein digitales Gold. Ich sehe hier eher in der Blockchain-Technologie den Fortschritt.“

Bitcoin 2021: Wie lang kann die Rally gut gehen?

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"Ich kann mir vorstellen, dass wir dieses Jahr tatsächlich noch die 100.000 US-Dollar pro Bitcoin sehen werden."

Dirk Althaus
techguru

Angesichts der spektakulären Kursgewinne, die der Bitcoin in den letzten Monaten verzeichnete, stellt sich die Frage, wie lange das so weiter gehen kann. Das alte Allzeithoch wurde pulverisiert. Prognosen über ein neues unterscheiden sich teilweise um mehrere hunderttausend Dollar. Albietz geht nicht so weit ein Kursziel abzugeben, glaubt aber, dass die Vorzeichen für ein Weiterlaufen der Rally gut stehen: „Leider besitze auch ich keine Glaskugel, die mir den Blick in die Zukunft ermöglicht, aber die Chancen stehen im aktuellen Bullenmarkt nicht schlecht, dass die Bitcoin-Kursrally auch im Jahre 2021 weiter geht. Die aktuelle Liquiditätsschwemme der Notenbanken verfehlt nicht seine Wirkung und treibt momentan fast alle Assetklassen nach oben und somit auch den Bitcoin.“

Althaus, der unter anderem das wikifolio Blockchain 2.0 verwaltet, teilt Albietz Optimismus und nennt konkrete Zahlen: „Schwer eine Voraussage zu treffen, ich halte viele Szenarien für möglich - der Bitcoin überrascht immer. Ich tippe allerdings darauf, dass der Bitcoin sich überwiegend in der Preispanne zwischen 30 000 und 80 000 US-Dollar bewegen wird. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass wir dieses Jahr tatsächlich noch die 100.000 US-Dollar pro Bitcoin sehen werden.“

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cde

Kennzahlen

  • +111,4 %
    seit 17.07.2019
  • +67,5 %
    1 Jahr
  • -
    Risiko-Faktor
  • EUR 1.332.330,81
    investiertes Kapital

Gänzlich anders sieht das Dobetsberger. Er glaubt nicht, dass eine seriöse Kursprognose möglich ist und antwortet mit einem Augenzwinkern: „Einmal wird er hoch gehen, dann wieder runter. Vielleicht dreht sich der Bitcoin auch einmal im Kreis, vergleichbar mit Roulette? Einmal rot, dann schwarz oder doch Zero? Ich setze dann im Zweifelsfall auf Zero, aber eine seriöse Vorhersage ist aus meiner Sicht unmöglich.“

Bitcoin langfristig: Wie viel ist er (wirklich) wert?

Die Trader sind sich also einig, dass der Bitcoin kurzfristig extremen Schwankungen unterworfen ist. Doch wie sieht die Lage in drei, fünf oder zehn Jahren aus? Wird der Bitcoin weniger volatil? Gibt es einen fairen Wert? Wenig überraschend unterscheiden sich auch hier die Prognosen deutlich. Ein - unterschiedlich ausgeprägter - Krypto-Optimismus lässt sich jedoch bei allen dreien beobachten.

Dobetsberger, der das wikifolio FuTecUS verwaltet, glaubt an die Chancen der Blockchain-Technologie. Sinneswandel zum „Bitcoin-Bullen“ ist das allerdings keiner: „Bei sinkender Volatilität und nach behördlichen Regulierungen, könnte sich aus meiner Sicht diese Technologie sehr wohl durchsetzen. Wobei ein Erfolg eines zukünftigen Krypto-Dollars für mich langfristig eher wahrscheinlich ist als der Bitcoin in der rezenten Form. Aktuell liegt meine Überzeugung mehr in der Blockchain-Technologie als in irgendeiner Coin.“

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Chart

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cde

Kennzahlen

  • +1.023,7 %
    seit 31.07.2012
  • +88,2 %
    1 Jahr
  • 1,13×
    Risiko-Faktor
  • EUR 6.009.566,31
    investiertes Kapital

Mehr Vertrauen in die langfristigen Aussichten des Bitcoins hat Albietz. Anlageprodukt für jedermann ist die Kryptowährung für ihn deshalb allerdings noch lange nicht: „Wer Drawdowns von 50 Prozent und mehr in einer Kapitalanlage verkraften kann, der kann durchaus langfristig sein Geld in Bitcoin investieren, obwohl investieren hier wohl nur bedingt zutrifft, da Bitcoin keinen inneren Wert besitzt. Langfristig kann er sicherlich dennoch weitaus höher steigen, da er auf ca. 21 Millionen Stück begrenzt ist und sich aktuell schon ca. 18,8 Millionen Bitcoins im Umlauf befinden. Solange die Nachfrage das Angebot übersteigt, steht dem weiteren Anstieg nichts im Wege.“

Glaubt man Althaus, steht der ältesten Kryptowährung und ihren Investoren eine rosige Zukunft bevor. Einen sogenannten „schwarzen Schwan“ – also ein unerwartetes Börsenszenario – will er als seriöser Trader trotzdem nicht ausschließen: „Bitcoin is here to stay! Langfristig sehe ich immer höhere Bewertungen. Ich denke auch das 500 000 US-Dollar pro Bitcoin zwar absolut verrückt klingen, aber in Zukunft durchaus erreicht werden können. Es kann aber auch ein „Black Swan Event“ eintreten, dass den Bitcoin auf null fallen lässt. So ein Event könnte zum Beispiel die Erfindung eines Quantencomputers sein, der die kryptographischen Schlüssel in Sekunden errechnen kann und das bevor das Bitcoin Netzwerk darauf vorbereitet ist.“


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