So hat etwa der VanEck Space Innovators UCITS ETF, der die Aktien von 25 Unternehmen aus der Raumfahrtindustrie enthält, binnen eines Jahres um satte 158 % zugelegt. Seit Jahresanfang kommt der ETF auf ein Plus von 38 %. Sicherlich wird zumindest ein Teil der Performance auf den Hype zurückzuführen sein, den SpaceX mit dem bevorstehenden IPO verursacht. Schließlich könnte das Unternehmen nach dem Börsen-Debut unfassbare 1,75 Billionen Dollar wert sein, vielleicht sogar zwei. Das wäre mehr als Musks E-Autobauer auf die Waage bringt.
Wir haben an dieser Stelle alle wesentlichen Infos zu SpaceX, zum IPO und zu den Aussichten der Raumfahrtbranche hier zusammengefasst. Dazu haben wir die wikifolio Trader Mark Winter , Dirk Althaus und Christian Scheid befragt und natürlich auch um ihre Aktienfavoriten aus der Branche gebeten. Ihre Steckenpferde: der Weltraum und Sondersituationen.
Inhaltsverzeichnis
- Das größte IPO aller Zeiten
- „Fast Entry“: In nur 15 Tagen in den Nasdaq 100
- Womit verdient SpaceX Geld?
- Wozu braucht es zigtausende Satelliten?
- Was hat xAI mit Raumfahrt und SpaceX zu tun?
- Leben auf dem Mars dank Musk?
- Was sagen die Zahlen in den SpaceX-Büchern?
- Ist die IPO-Bewertung gerechtfertigt?
- Wird das IPO ein Erfolg und steigt die Aktie?
- „Fast Entry“ – gut oder schlecht?
- Sollten Privatanleger bei SpaceX dabei sein?
- Sind Raumfahrtaktien noch attraktiv?
- Welche Raumfahrtaktien sind die Favoriten der wikifolio Trader?
Das größte IPO aller Zeiten
Mit einer Bewertung von 1,75 Billionen Dollar wäre SpaceX nach dem IPO auf einen Schlag unter den Top 10 der größten börsennotierten Unternehmen der Welt – auf einer Stufe mit , oder . Anders als bei SpaceX hat deren durchaus raketenhafter Aufstieg an die Weltspitze des Börsenparketts aber zumindest einige Jahre gedauert.
Microsoft zum Beispiel ging im März 1986 an die Börse und nahm 61 Millionen Dollar ein. Damals wurde das Unternehmen mit rund 777 Millionen US-Dollar bewertet. Heute ist der Software- und KI-Gigant 2,7 Billionen Dollar wert. Facebook, einer der größten Tech-IPOs der Geschichte, feierte sein Börsen-Debut im Mai 2012 – erlöst wurden 16 Milliarden Dollar, die Bewertung lag bei 100 Milliarden. Meta heute: 1,3 Billionen Dollar. Beides waren, gemessen an SpaceX-Maßstäben, richtige Winzlinge zum IPO-Zeitpunkt. Der SpaceX-Börsengang wird jedenfalls der größte aller Zeiten – mit einem Emissionserlös von 75 Milliarden Dollar oder sogar mehr wird er zumindest drei Mal so groß wie der Börsengang von Saudi Aramco, der bisherigen Nummer 1.
Mit einem Emissionserlös von geschätzten 75 Milliarden Dollar wird SpaceX alles bisher Dagewesene in den Schatten Stellen. Insgesamt dürfte SpaceX dann auf eine Marktkapitalisierung von 1,75 Billionen Dollar kommen, ev sogar mehr.
„Fast Entry“: In nur 15 Tagen in den Nasdaq 100
Weil alles um SpaceX astronomisch ist (außer der Gewinn, den das Unternehmen zuletzt erzielte – dazu aber später mehr) UND weil Elon Musk bei seinem Favoriten für den Börsengang, der US-Technologiebörse Nasdaq, insistierte, kann es gut sein, dass SpaceX raketenhaft schnell in den Nasdaq 100 aufsteigen wird. Um das zu ermöglichen, hat der Börsenbetreiber Nasdaq eine neue Regel – die „Fast-Entry-Regel“ für „Mega-IPOs“ – ins Leben gerufen, die ab 1. Mai gilt.
Demnach könnte ein neu an der Börse notiertes Unternehmen bereits nach nur 15 Tagen in den Index aufgenommen werden, wenn seine Marktkapitalisierung zu den 40 größten Mitgliedern (zur Erinnerung: SpaceX = Top 10) gehört. Bislang waren zumindest drei Monate Börsenhistorie, hohe Marktkapitalisierung und 10 % Streubesitz nötig.
Und: Beim SpaceX-Debut gibt es eine weitere Besonderheit. Bis zu 30 % der Emission sollen laut Insidern an private Investoren gehen. Das ist etwa dreimal so viel wie üblich. Elon Musk wird aber auch nach dem Börsengang die Kontrolle über SpaceX behalten – möglich macht das eine eigene Aktienkategorie mit mehr Stimmrecht, was bei US-Tech-Unternehmen nicht unüblich ist. Geschätzt wird Musk weiter zwar nur etwas mehr als 40 % der Anteile halten, aber trotzdem an die 80 % der Stimmrechte kontrollieren.
Womit verdient SpaceX Geld?
SpaceX wurde 2002 von Musk gegründet. Innerhalb weniger Jahre wurde die Firma mit der Rakete Falcon 9 und dem Raumschiff Dragon zu einem bedeutenden Versorger der Internationalen Raumstation ISS. Mit der Falcon Heavy bietet SpaceX mittlerweile die stärkste kommerziell verfügbare Trägerrakete an. Musk konnte mit SpaceX durch Pionierleistungen bei Landung, Bergung und Wiederverwendung von Raketenteilen die Kosten für Raketenstarts massiv reduzieren, weshalb SpaceX derzeit nicht nur bei der Anzahl von Raketenstarts dominiert, sondern die Nase auch als größter Satellitenbetreiber überhaupt ganz weit vorne hat.
Wie Zahlen von „BryceTech“ zeigen, wurden 2025 insgesamt 325 Raketenstarts durchgeführt – 25 % mehr als 2024. Davon entfielen 165 auf SpaceX, also gut die Hälfte. Zum Vergleich: Blue Origin – von Jeff Bezos 2000 gegründet – kam auf gerade einmal zwei. Insgesamt wurden letztes Jahr 4.544 Raumfahrzeuge – vorrangig Satelliten – in den Orbit transportiert, 85 % von SpaceX.
SpaceX leistete Pionierarbeit in der Entwicklung und Wiederverwendung von Raketenteilen und konnte so die Kosten pro Start massiv senken. Musk hat daher - zumindest vorerst - die Nase meilenweit vorne.
SpaceX verfügt aktuell über mehr als 10.000 aktive Satelliten im erdnahen Orbit. Damit betreibt das Unternehmen die bei Weitem größte Satellitenflotte der Welt (bekannt als Starlink) und kontrolliert etwa zwei Drittel aller aktiven Satelliten im All. Die Zahl steigt durch regelmäßige Starts weiter an. Die Genehmigungen für den Ausbau der Flotte auf über 42.000 Satelliten liegen bereits vor.
Wozu braucht es zigtausende Satelliten?
Satelliten werden vorrangig in 3 Aufgabengebieten eingesetzt: Zur Navigation (Stichwort: GPS), Erdbeobachtung (es werden u.a. Daten über die Bodenbeschaffung, die Grünflächen, Hitze auf den Straßen oder Wetterdaten uvm. gesammelt) und Kommunikation, sowohl im zivilen als auch militärischen Bereich. So nutzt etwa die Ukraine Starlink seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 intensiv und flächendeckend für Aufklärung, Steuerung von Waffensystemen inkl. Drohnen und Versorgung.
Aber auch Fernsehen, wie wir es kennen, Rundfunk, Internet und Telefon wären ohne Satelliten undenkbar. Und auch die Mobilität der Zukunft ist auf Satelliten angewiesen: Wenn selbstfahrende Autos Realität werden sollen, ist eine flächendeckende, 100 % sichere Abdeckung (ohne Ausfälle etwa durch Unwetter) obligatorisch.
Was hat xAI mit Raumfahrt und SpaceX zu tun?
Musk will mit der Satellitenvorherrschaft auch seine Chancen erhöhen, das KI-Wettrennen für sich zu entscheiden. Anfang des Jahres hat er daher SpaceX und xAI fusioniert, u.a. mit dem Ziel, KI-Rechenzentren in den Orbit zu bringen. Dort sollen eine extrem hohe Zahl (kolportiert bis zu einer Million) an rund um die Uhr solarbetriebenen Satelliten einige der auf der Erde bestehenden Land- und Energiebeschränkungen umgehen. Zumindest in der Theorie. Der Weg dorthin ist zwar noch weit, der Börsengang aber schon mal ein erster Schritt zur Finanzierung von Musks Weltraum-Fantasien.
Leben auf dem Mars dank Musk?
Apropos Finanzierung: Die Mittel aus dem SpaceX-IPO sollen teils auch der Weiterentwicklung der Mega-Rakete Starship zugutekommen. Das Ziel hier ist ein vollständig wiederverwendbares und dadurch besonders kostengünstiges Trägersystem für 100 bis 150 Tonnen Nutzlast, das außerdem bemannte Missionen nicht nur zum Mond sondern auch zum Mars ermöglichen soll. Leben auf dem Mars dank Musk? Das dürfte noch ein wenig dauern, auch wenn SpaceX private Raumflüge für besonders Betuchte schon heute organisiert. Kostenpunkt: 55 bis 70 Millionen US-Dollar pro Person.
Was sagen die Zahlen in den SpaceX-Büchern?
SpaceX verzeichnete 2025 (bereits inklusive xAI) laut der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf das Emissionsprospekt bezog, einen Verlust von 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar. 2024 hatte SpaceX mit 791 Millionen Dollar schwarze Zahlen geschrieben – allerdings noch ohne xAI. Das heißt, während Starlink lukrativ ist, braucht es diese Mittel auch, um xAI zu finanzieren. Zuletzt reichte das aber bei Weitem nicht aus. Gut, dass das IPO ein paar Milliarden in die Kassen spülen wird.
Ist die IPO-Bewertung gerechtfertigt?
Christian Scheid, der das wikifolio Special Situations long/short führt, kommentiert: „Bei IPOs gibt es den alten Spruch: IPO steht für ‚Initial Probably Overpriced‘. Im Fall von SpaceX dürfte das in besonderem Maße gelten. Eine Bewertung von 1,75 oder gar 2,0 Billionen Dollar ist mit den derzeit bekannten Zahlen fundamental kaum sauber zu rechtfertigen. Selbst wenn man Starlink, Raumfahrttechnologie, xAI und die langfristige Option auf völlig neue Märkte berücksichtigt, ist das keine klassische Bewertung auf Basis heutiger Gewinne, sondern eine extrem aggressive Wette auf künftige Monopol- und Plattformeffekte.“
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Mark Winter führt das wikifolio Raumfahrt im 21. Jahrhundert seit September 2020. Die SpaceX-Aktie wird laut dem Trader unmittelbar nach dem Börsengang auch im wikifolio vertreten sein: „SpaceX ist Vorreiter und aktuell der größte Player im Bereich der kommerziellen Raumfahrt. Zudem wirtschaftet das Unternehmen (ohne xAI, Anm.) profitabel.“ Winters Zweifel hinsichtlich der Billionen-Bewertung halten sich in Grenzen: „SpaceX ist ein schönes Beispiel dafür, wie unterschiedlich der Unternehmenswert gemäß einem etablierten Bewertungsmodell und dem angepeilten Börsenwert sein kann. Konservativ gerechnet ist SpaceX natürlich weit weg von den 1,75 Billionen Dollar, allerdings berücksichtigen Analysten auch immer noch Prognosen, führen Schätzungen durch und treffen Annahmen. Im Falle von SpaceX geht man von einem exponentiellen Umsatz- und Gewinnwachstum aus, wodurch eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar erreicht wird.“
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Wird das IPO ein Erfolg und steigt die Aktie?
Auch wenn die IPO-Bewertung ambitioniert ist, könnte der Börsengang dennoch ein Erfolg werden – und die Aktie nach dem IPO steigen, bestätigt Scheid: „Der Markt bewertet solche Titel kurzfristig nicht nüchtern wie ein Industrieunternehmen. Raumfahrt, Satellitenkommunikation, KI-Infrastruktur und Elon Musk ergeben eine sehr starke Story. Raumfahrtaktien laufen seit Monaten gut, Weltraum ist gerade der heißeste Scheiß. Anleger suchen genau solche Zukunftsthemen. Dazu kommt der Musk-Faktor. Man kann von Elon Musk halten, was man will, aber er hat Tesla an der Börse zu einer der größten Erfolgsstorys der vergangenen Jahre gemacht. Vor allem unter Privatanlegern hat er eine Gefolgschaft, die fast religiöse Züge trägt. Diese Dynamik dürfte auch SpaceX helfen.“
„Fast Entry“ – gut oder schlecht?
Den „Fast Entry“ in den Nasdaq 100 – eventuell sogar binnen 15 Tagen nach dem IPO – sehen alle wikifolio Trader zumindest teilweise kritisch. Winter ortet aber auch Vorteile: „Wenn ein Unternehmen nach dem IPO sofort zu den 40 größten im Index gehört, wirkt eine Wartezeit von oftmals bis zu einem Jahr etwas willkürlich. Der Index würde schlicht ein riesiges Unternehmen monatelang ausblenden, das faktisch schon da ist. Auf der anderen Seite hatte die bisherige Regelung auch ihre Daseinsberechtigung: Ein Jahr Börsenhandel ohne Index-Listing schafft unabhängige Preisfindung, reduziert die IPO-Hysterie und gibt institutionellen Anlegern Zeit, das Unternehmen einzuschätzen. Es gibt also Vor- und Nachteile einer schnellen Nasdaq 100-Aufnahme. Frühe Anleger würden in jedem Fall davon profitieren.“
Scheid ist skeptisch: „Die mögliche schnelle Aufnahme in den Nasdaq 100 ist natürlich kritisch zu sehen. Wenn eine Aktie schon kurz nach dem IPO für Indexkäufe infrage kommt, entsteht zusätzlicher Nachfragezwang, bevor der Markt überhaupt eine belastbare Preisbildung leisten konnte. Das ist für SpaceX positiv, für die Marktstruktur aber problematisch. Denn der Ausgabepreis wird dadurch nicht nur über Fundamentaldaten, sondern auch über erwartete ETF- und Indexzuflüsse gestützt. Wenn zusätzlich ein ungewöhnlich hoher Anteil an Privatanleger geht, wie das bei SpaceX der Fall ist, erhöht das die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Hypes.“
Dirk Althaus sieht das ähnlich. Er ist mit dem wikifolio Space Innovation seit Juni 2021 am Start. Sein Kommentar dazu: „Gerade nach großen IPOs ist die Volatilität oft sehr hoch, und die Preisfindung noch nicht abgeschlossen. Ich halte es daher für sinnvoller, neue Titel erst nach einer gewissen Zeit – etwa nach einem Jahr – in den Nasdaq 100 aufzunehmen, wenn sich Anleger ein besseres Bild vom Unternehmen und der Bewertung machen konnten.“
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Sollten Privatanleger bei SpaceX dabei sein?
Scheids Fazit auch in Richtung Privatanleger ist klar: „Für mich ist SpaceX keine klassische Buy-and-Hold-Aktie. Dafür ist die Bewertung zu hoch, die Konzernstruktur zu speziell und die Abhängigkeit von Elon Musk zu groß. Aus Trading-Gesichtspunkten kann das IPO aber sehr interessant sein. Ich würde nicht ausschließen, am ersten Handelstag kurzfristig zu agieren, auch in meinen wikifolios. Dann aber mit klarem Trading-Charakter, enger Beobachtung und ohne die Illusion, hier eine günstig bewertete Langfristanlage zu kaufen. Wenn der Markt die Aktie in den ersten Tagen hochzieht, kann man das nutzen. Aber man sollte nicht mit der Story verheiratet sein. Die Aktie dürfte weniger etwas für klassische Investoren sein, sondern eher für Trader und sehr risikobereite Anleger.“
Zumal, so die Warnung Scheids, das IPO auch bereits den Höhepunkt des aktuellen Hypes markieren könnte: „Beispiele aus der Vergangenheit gibt es genug: Das IPO von Coinbase im April 2021 war mehr oder weniger ein (Zwischen-)Hoch beim Bitcoin. Das Robinhood-IPO im Juli 2021 kam quasi fast zum Höhepunkt der Retail-Mania 2021 usw.“
Auch Althaus will bei SpaceX eher zurückhaltend agieren. Die SpaceX-Aktie wäre grundsätzlich zwar natürlich ein Kandidat für sein wikifolio, aber: „Ich würde die Aktie vermutlich nicht sofort nach dem IPO kaufen, sondern erst abwarten, wie sich der Kurs entwickelt. Entscheidend wäre, ob sich nach dem Start eine attraktive Einstiegschance ergibt.“
Winter sieht’s pragmatischer. Er will bei SpaceX wie erwähnt von Anfang an dabei sein und summiert: „Wenn es um Raumfahrt geht, dann gibt es im Moment und bis auf absehbare Zeit wahrscheinlich keine spannendere Aktie als SpaceX.“ Hätte Musk bei der Bewertung doch nur einen etwas irdischeren Maßstab gewählt… aber dann wär’s vermutlich nicht Musk.
Sind Raumfahrtaktien noch attraktiv?
Wie eingangs erwähnt zählten Raumfahrt-Aktien mit einer Performance von 158 % auf Jahressicht zuletzt zu den Bestperformern. Die Volatilität in Einzelaktien ist hoch, nicht nur wegen dem SpaceX-Hype. Die Kurse sind generell stark newsgetrieben. So wurde z. B. die Aktie von zuletzt von Übernahmespekulationen beflügelt. Amazon will den Satelliten-Spezialisten offenbar übernehmen. Der Tech-Gigant baut gerade einen eigenen Satelliten-Internetdienst mit dem Namen Leo auf, der mit Musks Starlink konkurrieren soll. Mit dem Raumfahrtunternehmen Blue Origin blieb Bezos bislang deutlich hinter SpaceX zurück. Auch ein IPO ist vorerst nicht geplant.
Interessierten Anlegern sollte bewusst sein: Die Branche ist kapitalintensiv, der Großteil der Unternehmen wirtschaftet noch nicht gewinnbringend. Selbst , Nummer 2 der privaten Unternehmen nach SpaceX gemessen an Raketenstarts, ist hier keine Ausnahme: In den vergangenen 12 Monaten kam das US-Raumfahrtunternehmen laut aktien.guide bei einem Umsatz von 601,8 Millionen Dollar auf einen Nettoverlust von 198,2 Millionen Dollar. Das Wachstum beim Umsatz war mit +38 % aber beeindruckend – und dürfte sich laut Analystenerwartungen auch noch beschleunigen. Die Aktie ist auf Jahressicht daher bereits um 240 % gestiegen. 2026 hat sich die Rally deutlich abgeschwächt: Seit Jahresanfang (YTD) liegt das Papier nur noch 10 % vorne – und blieb damit bislang auch deutlich hinter der Branche zurück.
Langfristig sehen die wikifolio Trader Winter und Althaus aber großes Potenzial. Winter dazu: „Weltraumaktien sind in den letzten Monaten zunehmend in den Fokus privater und institutioneller Anleger gerückt. Die Kommerzialisierung der Raumfahrt befindet sich aber erst am Anfang. Nach und nach werden weitere Geschäftsfelder im Weltraum erschlossen, wodurch die Umsätze und Gewinne beteiligter Unternehmen nachhaltig steigen werden – sei es durch orbitale Rechenzentren, Asteroidenbergbau oder satellitengestützte Breitbanddienste, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Mit Letzterem verdient SpaceX mit Starlink heute schon Milliarden – Tendenz weiterhin steigend.“ Althaus summiert: „Weltraumaktien bleiben grundsätzlich spannend. Langfristig entsteht hier ein völlig neuer Markt mit enormem Potenzial und entsprechend großen Chancen.“
Welche Raumfahrtaktien sind die Favoriten der wikifolio Trader?
Althaus setzt weiterhin auf die -Aktie, sagt er, auch wenn sie teuer ist: „Rocket Lab baut und startet Raketen – ihre Electron ist nach SpaceX die am häufigsten gestartete US-Rakete. Mit der neuen, größeren Neutron-Rakete, die 2026 kommen soll, wollen sie in den lukrativen Mittelklasse-Markt vorstoßen. Dazu kommen wachsende Verteidigungsaufträge. Die Aktie ist hoch bewertet, aber Rocket Lab ist einer der wenigen börsennotierten Pure-Play-Raketenbauer mit echtem Umsatz und Wachstumsfantasie.“
Sowohl Althaus als auch Winter sehen Potenzial bei . Winter dazu: „Das Unternehmen baut ein Netzwerk, das normale Smartphones direkt mit Satelliten verbindet, mit dem Ziel der globalen Mobilfunkabdeckung ohne Funkmasten. Das Geschäft hat sehr großes Marktpotenzial, da weltweit nutzbar und sehr gut skalierbar.“ Althaus ergänzt: „Wenn das funktioniert, könnte jedes Smartphone weltweit Empfang haben, auch in den entlegensten Gebieten. Partner wie AT&T und Vodafone sind an Bord. Der Haken: noch kein Umsatz, hoher Cash-Burn. Klassisches High-Risk/High-Reward.“
Winter bleibt mit seinen zwei weiteren Favoriten und im All: „Planet Labs betreibt eine große Flotte kleiner Satelliten, die täglich Bilder der Erde aufnehmen und analysieren, um globale Veränderungen und Trends zu erkennen. Zu den Kunden zählen vor allem Unternehmen und Regierungen. Das Geschäftsmodell ist sehr gut skalierbar.“ Intuitive Machines ist in einem Bereich der kommerziellen Raumfahrt tätig, der noch ganz am Anfang steht, erklärt der Trader: „Das Unternehmen baut u.a. Mondlander und die dazugehörige Infrastruktur, um die Erforschung und Nutzung der natürlichen Ressourcen des Mondes voranzutreiben. Sehr interessant, aber auch etwas spekulativ.“
Etwas konservativer wird Althaus mit seinem 3. Aktienfavoriten: „ stellt Hochleistungs-Leiterplatten her – klingt unsexy, steckt aber in fast allem, was gerade boomt: Verteidigungstechnik, Luft- und Raumfahrt, KI-Rechenzentren. Sie profitieren gleich von mehreren Megatrends, ohne dass die Aktie groß im Rampenlicht steht – ein Hidden Champion.“
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