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Handelsidee

In diesem Wikifolio soll zum einen eine Fundamentale Anlagestrategie verfolgt werden, d.h. es wird gezielt nach Werten geschaut, die aufgrund ihrer Geschäftsentwicklung(Aufträge, Kooperationen, Geschäftszahlen) Potenzial für die Zukunft haben könnten. Darüberhinaus sollen in diesem Wikifolio auch Aktien gekauft werden, die über einen positiven Newsflow verfügen oder durch ein Aussichtsreiches Chartbild Potenzial versprechen.

Diese Strategie wird verfolgt, da sie eine gesunde Mischung aus kurzfristiger Spekulation und längerfristiger Anlage darstellen soll und somit meiner Meinung nach Insgesamt zum Erfolg führen kann.

Meine Informationen suche ich mir hauptsächlich auf Internetseiten und Fachjournalen, aber auch teilweise durch persönliche Gespräche mit Analysten.Die durchschnittliche Haltedauer kann zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen oder auch Monaten liegen, je nachdem wie sich der Wert oder auch der Markt entwickelt. mehr anzeigen
Stammdaten
Symbol
WF19920415
Erstellungsdatum
17.09.2013
Indexstand
High Watermark
380,6

Regeln

Auszeichnungen

Anlageuniversum

Trader

Lukas Spang
Mitglied seit 17.09.2013

Entscheidungsfindung

  • Technische Analyse
  • Fundamentale Analyse
  • Sonstige Analyse

Kommentare im wikifolio

Kommentar zu PFERDEWETTEN.DE AG NA ON

> Gewettet wird immer <

 

Die pferdewetten.de AG hat Ende März den Geschäftsbericht für 2019 veröffentlicht und damit die Mitte Februar angekündigte angehobene EBIT-Prognose erreicht. So erhöhte sich das Wettvolumen im Konzern um 46,4% auf 443,32mEUR, getragen durch einen deutlichen Anstieg von 46,8% auf 433,32mEUR in der Pferdewette, während die Sportwette mit rund 10mEUR (Vj. 7,81mEUR) bislang nur einen kleinen Teil zum Konzern Wettvolumen beiträgt. Der Brutto-Gaming-Ertrag erhöhte sich in der Folge um 109,4% auf 45,01mEUR, sodass das Ziel von 34mEUR deutlich übertroffen werden konnte. Dies ist vor allem auf ein sehr starkes drittes und viertes Quartal mit Zuwächsen von 140% und 185% zurückzuführen. Zu dieser sehr guten Entwicklung hat auch die Sportwette beigetragen, die vor allem in der zweiten Jahreshälfte ihre Erträge deutlich steigern konnte. Der Umsatz erhöhte sich letztlich um 30,2% auf 14,44mEUR (LSe: 12,27mEUR) und erfüllte damit die Prognose (Anstieg im niedrigen 2-stelligen Prozentbereich) komfortabel.

 

Sehr erfreulich hat sich auch das Ergebnis im vergangenen Geschäftsjahr entwickelt. Nachdem für 2019 ein EBIT zwischen 1-2mEUR in Aussicht gestellt worden war, konnte dies mit 2,44mEUR (+203,3% / LSe: 1,70mEUR) deutlich übertroffen werden und lag damit in der Mitte der im Februar angekündigten neuen Range von 2,3-2,7mEUR. Zudem ergab sich ein positiver Steuereffekt aus der nachträglichen Anrechnung von Verlustvorträgen aus dem Jahr 2017 sowie aus dem Ende 2019 abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrag mit der Tochtergesellschaft Sportwetten.de GmbH, sodass sich das Nettoergebnis deutlich auf 3,31mEUR (Vj. -0,56mEUR) erhöhte. Weiterhin sehr vorzuheben ist die starke Cashflow-Situation des Unternehmens. Bei einem operativen Cashflow i.H.v. 4,44mEUR (+125,6%) erhöhte sich der Free Cashflow aufgrund des sehr geringen Investitionsbedarfs von 1,87mEUR auf 4,09mEUR deutlich. Damit lag der Free Cashflow sogar höher als das EBITDA i.H.v. 3,03mEUR.

 

Mit Blick auf das neue Geschäftsjahr 2020 hatte sich der CEO Pierre Hofer auf der MKK im Dezember letzten Jahres noch sehr zuversichtlich gezeigt. Eigenen Angaben zu Folge sei man aber sehr erfolgreich in das Jahr 2020 gestartet und hätte im Januar und Februar, also vor ersten Auswirkungen der Corona-Krise, zwei sehr gute Monate gehabt. Die zunehmenden Restriktionen ab Mitte März, die auch zur Absage von Pferderennen und Sportveranstaltungen (insb. Fußballspielen) in den meisten europäischen Ländern geführt haben, ging allerdings auch an der pferdewetten.de AG nicht spurlos vorbei. Daher wählte das Management Ende März im Rahmen der Veröffentlichung des Geschäftsberichts und der Prognose für 2020 mit 0-3mEUR eine sehr breite EBIT-Range, nachdem man zunächst von einem EBIT in der Größenordnung von 3,00mEUR (LSe: 2,60mEUR) ausgegangen war. Mit den jüngsten Q1-Zahlen hat sich jedoch gezeigt, dass die Spieler auch auf andere Länder bzw. zum Teil exotische Angebote in der Pferdewette wechseln, sodass das erste Quartal insgesamt solide verlief. Mit einem Anstieg des GGR um 23,0% auf 9,49mEUR hat sich der positive Trend weiter fortgesetzt. Das EBIT hat sich zwar auf 0,19mEUR (Vj. 0,32mEUR) reduziert, blieb jedoch klar positiv. Zudem gehe man davon aus, auch im April kein Geld verloren zu haben. Am 07.05. seien zudem in Deutschland und am 11.05.2020 in Frankreich, dem wichtigsten Land in der Pferdewette, die Pferderennen wieder angelaufen. Auch der jüngste Bundesligastart war für den Bereich der Sportwette sehr wichtig, da zugleich die Wettshops derzeit noch nicht wieder öffnen dürfen. Dadurch erwartet man sich zugleich eine Stärkung des Online-Geschäfts.

 

Im Rahmen der finalen Zahlen, die sowohl beim Umsatz auch beim Ergebnis deutlich über meinen Erwartungen lagen, sowie den Ergebnissen zum ersten Quartal 2020 habe ich meine Schätzungen überarbeitet. Während ich in der Pferdewette von einem geringeren negativen Effekt in diesem Jahr ausgehe – hier gab es auch während der Zeit zwischen Mitte März und Mitte Mai Rennen (u.a. in Schweden, Australien, Hongkong) -  dürfte dieser in der Sportwette deutlicher sein, da beispielsweise die Fußball-EM auf 2021 verschoben wurde und die Bundesliga bisher die einzige der großen internationalen Ligen ist, die den Ligabetrieb, wenn auch ohne Zuschauer, wieder aufgenommen hat. So gehe ich in der Pferdewette von einem Umsatz i.H.v. 13,34mEUR (2019: 14,51mEUR) aus und in der Sportwette von 0,18mEUR (2019: 0,11mEUR). Hintergrund der Umsatzsteigerung in der Sportwette sollte m.E. das effizientere Marketing sein, sodass die Spieler weniger mit Gutscheinguthaben spielen. Dadurch resultiert insgesamt ein Umsatz i.H.v. 13,46mEUR (-6,8% / alt: 13,91mEUR) und ein EBIT i.H.v. 1,41mEUR (-42,1% / alt: 2,60mEUR). Im kommenden Jahr sollte sich bei einem normalen Renn- und Sportbetrieb der Umsatz wieder deutlich erhöhen können. Zudem ergeben sich Zusatzeffekte aus der Fußball-EM. Meine Schätzungen sehen daher eine Umsatzsteigerung von 33,4% auf 17,95mEUR (alt: 16,53mEUR) sowie ein EBIT von 4,66mEUR (alt: 4,40mEUR) vor. Daher rechne ich insgesamt auch bis 2022 mit keinen nennenswerten negativen Effekten bezüglich der bisherigen Planungen und erwarte ein EBIT i.H.v. 6,30mEUR (alt: 6,70mEUR). Auch mögliche Regulierungen in Deutschland für die Sportwette dürften keinen negativen Effekt auf die pferdewetten.de AG haben, da die zuständige Behörde einerseits die gleiche ist wie im Bereich der Sportwette. Zum anderen gibt es bereits Regelungen, die den Anbietern ermöglichen, Einsatzlimits für bestimmte Spieler zu erhöhen. Für die pferdewetten.de AG würde sich zusätzlich die Möglichkeit bieten, dann auch in das Casino-Geschäft, welches in meinen Erwartungen bisher nicht berücksichtigt ist, einzusteigen. Insgesamt liegt das neue Kursziel mit 19,20€ nur minimal unter dem bisherigen Kursziel von 19,30€. Zusätzliche Potenziale würden sich aus einer Legalisierung des Online-Casinos in Deutschland ergeben, welches die pferdewetten.de AG bisher nicht anbietet.

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Kommentar zu SHOP APOTHEKE EUROPE INH.

> Wachstum ohne Ende <

 

Shop Apotheke ist sehr stark in das erste Quartal 2020 gestartet. Bereits Anfang April hatte das Unternehmen über ein sehr dynamisches Wachstum von 33% im ersten Quartal aufgrund der COVID-19 Pandamie berichtet, da die Menschen vermehrt Online-Apotheken genutzt haben. Demnach hatte Shop Apotheke schon einen sehr guten Jahresauftakt mit hohen Umsätzen im Januar und Februar, die sich ab Mitte März aufgrund der zunehmenden Ausbreitung von COVID-19, wodurch die Menschen zunehmend zuhause geblieben sind, nochmal beschleunigt hat. In Summe resultierte im ersten Quartal ein Umsatz i.H.v. 231,99mEUR (+32,8%), das durch ein starkes Wachstum in der DACH-Region (200,83mEUR / +29,6%) und vor allem im internationalen (Belgien, Niederlande, Italien & Frankreich) Segment (31,16mEUR / +58,7%) getragen wurde. Die Umsätze mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) erhöhten sich um 23% auf 55mEUR. In Summe lagen die Umsatzerlöse damit in den ersten drei Monaten oberhalb der Planungen des Managements.

 

Sehr erfreulich hat sich auch die Profitabilität entwickelt. Während Shop Apotheke zuletzt noch Verluste erzielt hat (2019 adj. EBITDA -13,57mEUR / Q4 2019 -1,84mEUR), konnte das bereinigte EBITDA nun auf 4,94mEUR (Vj. -9,08mEUR) deutlich verbessert werden, wodurch die Gewinnzone erreicht wurde. Auch das EBITDA mit 3,86mEUR (Vj. -9,79mEUR) und das EBIT mit 0,51mEUR (Vj. -13,32mEUR) fielen positiv aus. Hintergrund dessen waren vor allem zwei Effekte. Einerseits erhöhte sich die Bruttomarge deutlich von 18,7% auf 21,5%, bedingt durch verbesserte Beschaffungskonditionen (0,9%), einen besseren Preis- und Produktmix (1,1%) sowie weitere Effekte (0,8%). Andererseits reduzierten sich die Vertriebskosten in Relation zum Umsatz von 20,9% auf 16,9% bzw. erhöhten sich absolut nur deutlich unterproportional um 6,5% auf 42,07mEUR. Ein wesentlicher Grund dafür war eine um 280 Basispunkte niedrigere Marketingkostenquote, da Shop Apotheke aufgrund der hohen Nachfrage, die das Unternehmen an die Kapazitätsgrenze gebracht hat und auch einzelne Produkte zur besseren Abarbeitung temporär aus dem Sortiment genommen wurden, das Marketing deutlich reduziert hat. Zwar hat die erhöhte Nachfrage im Zuge der Corona-Krise auch zu einem verbesserten Ergebnis beigetragen, laut Unternehmensangaben hätte man jedoch auch unabhängig davon im ersten Quartal die Gewinnzone erreicht.

 

Da die Nachfrage auch im April unverändert hoch gewesen sei und weiterhin oberhalb der eigenen Planungen liege, erwartet das Unternehmen nun auch für das Gesamtjahr ein positives bereinigtes EBITDA und somit früher als bislang erwartet. Bereits mit Bekanntgabe der vorläufigen Umsatzzahlen für das erste Quartal Anfang April hatte das Management die Umsatzprognose von rund 20% auf mindestens 20% angehoben. Einen aktualisierten Ausblick wird der Vorstand jedoch erst mit einer verbesserten Visibilität im Rahmen der Halbjahreszahlen veröffentlichen. Der Start des Marktplatzes im zweiten Halbjahr sowie die Einführung von Lieferungen an gleichen Tag in deutschen Großstädten sollten das Wachstum weiter stützen. Auch die Kooperation mit Zava, einer Online-Arztpraxis, sei ein wichtiger Bestandteil gewesen, um das strategische Ziel einer kundenorientierten Online-Apotheke zu erreichen. Der Gesetzentwurf zum „Patientendaten-Schutz-Gesetz“, der eine verpflichtende Einführung des E-Rezeptes ab 2022 vorsieht, sei klar positiv, sodass dieses folglich schneller als erwartet in Deutschland eingeführt werden könnte. Unverändert erwartet das Management daher ab der zweiten Jahreshälfte 2021 deutliche Umsatzzuwächse aus diesem Bereich.

 

Aufgrund der deutlich verbesserten Profitabilität im ersten Quartal sowie der unverändert hohen Nachfrage auch im April habe ich meine Umsatz- und vor allem Gewinnschätzungen angehoben. Meine Umsatzerwartung für dieses Jahr erhöht sich auf 882,05mEUR (alt: 862,24mEUR), entsprechend einem Wachstum von 25,8%, da aktuelle Vorzieheffekte nicht auszuschließen sind. Zudem unterliegt das Geschäftsmodel saisonalen Schwankungen mit höheren Umsätzen im ersten und vierten Quartal aufgrund der Grippesaison. Meine EBITDA-Schätzungen für 2020 erhöhen sich von -6,58mEUR auf 11,29mEUR (1,3%) dagegen deutlich. In der Folge erwarte ich bereits im kommenden Jahr ein positives Nettoergebnis bzw. ein positives Ergebnis pro Aktie i.H.v. 0,32€ (alt: -0,81€), bei einem Umsatz i.H.v. 1.080,51mEUR (alt: 1.056,25mEUR) und einem EBITDA i.H.v. 31,58mEUR (alt: 11,23mEUR). 2022 erwarte ich insbesondere aufgrund der Einführung des E-Rezepts in Deutschland weiterhin ein deutliches Wachstum auf 1.667,70mEUR (alt: 1.638,59mEUR) sowie ein EBITDA von 86,03mEUR (alt: 70,13mEUR). Das Ergebnis je Aktie beträgt in diesem Fall 3,17€. Da Shop Apotheke in diesem Jahr die Gewinnzone erreichen wird, habe ich die Eigenkapitalkosten leicht reduziert. Zugleich gehe ich von einer geringeren Working Capital Quote für die Zukunft als bislang aus, mit entsprechend positiven Effekten auf den operativen Cashflow. Positiv zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass das Unternehmen im ersten Quartal auch einen leicht positiven Free Cashflow i.H.v. 1,15mEUR erzielt hat. Insgesamt erhöht sich aufgrund der beschriebenen Effekte das Kursziel von zuletzt 114,00€ auf 132,00€.  

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Kommentar zu DATAGROUP IT SERVICES HOLDING AG

> Ergebnis mit Schönheitsfehler <

 

Datagroup hat vergangene Woche Zahlen für das erste Halbjahr 2019/20 veröffentlicht, die nur auf den ersten Blick gut ausgefallen sind. So erhöhte sich der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres um 22,6% auf 170,01mEUR, war aber vor allem durch anorganische Effekte im Zuge der Übernahmen von UBL (ab April 2019), IT Informatik (ab August 2019), Mercoline (ab August 2019) sowie Portavis (ab März 2020) geprägt. Organisch dürfte der Zuwachs lediglich im niedrigen einstelligen Prozentbereich gelegen haben. Positiv haben sich weiter die höher margigen Dienstleistungs- und Wartungsumsätze (143,04mEUR / +24,7%) entwickelt, während die Handelsumsätze in den ersten sechs Monaten um 11,7% auf 26,79mEUR zulegten. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz durch den ab März zusätzlichen Umsatzbeitrag der Portavis etwas stärker um 25,8% auf 87,16mEUR. Auch im zweiten Quartal erhöhten sich die Dienstleistungs- und Wartungsumsätze mit einem Anstieg von 27,4% auf 74,41mEUR überproportional, während die Handelsumsätze einen Anstieg von 16,7% auf 12,69mEUR verzeichneten. Damit lag sowohl der Umsatz im zweiten Quartal als auch zum Halbjahr über meinen für das Gesamtjahr (379,83mUR vs. Inzwischen aufgehobene Prognose >375mEUR) projizierten Erwartungen (86,66mEUR / 169,51mEUR).

 

Das EBITDA hat sich auf den ersten Blick ebenfalls positiv entwickelt und konnte zum Halbjahr um 15,8% erhöht werden. Im zweiten Quartal wurde ein Anstieg von 24,9% auf 14,18mEUR erzielt. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass im zweiten Quartal ein Badwill-Ertrag aus der Portavis Übernahme i.H.v. 11,10mEUR verbucht wurde, der damit das EBITDA massiv positiv beeinflusst hat. Dem gegenüber stehen jedoch Risikovorsorgeaufwendungen i.H.v. 5,50mEUR, sodass sich der positive Nettoeffekt auf insgesamt 5,60mEUR beläuft. Bereinigt um diesen Effekt lag das EBITDA folglich bei 18,04mEUR (Vj. 20,42mEUR). Das EBIT hatte sich zum Halbjahr berichtet auf 9,64mEUR (-5,8%) reduziert, bereinigt auf 4,04mEUR. Im zweiten Quartal betrug das EBIT 6,93mEUR (+12,3%) respektive 1,33mEUR bereinigt. Der operative Cashflow war mit -3,15mEUR (Vj. -0,37mEUR) erneut negativ, unter Berücksichtigung der getätigten Investitionen und Leasingtilgungen ergab sich ein negativer Free Cashflow i.H.v. 15,26mEUR (Vj. -9,64mEUR). Damit zeigt sich, dass es Datagroup erneut nicht gelingt positive Free Cashflows zu erzielen und ist damit ein Indiz für eine schlechte Ergebnisqualität.

 

Bereits Ende April hatte Datagroup die erst Anfang März auf der Hauptversammlung kommunizierte Prognose (>375mEUR Umsatz / >55mEUR EBITDA) aufgehoben. Grund dafür waren a) Verzögerungen bei größeren Transitionsprojekten im Finanzdienstleistungssektor (vermutlich NRW.Bank), b) eine geringere Nachfrage im Bereich Robotik-Anwendungen und c) eine verzögerte Kundengewinnung bei der im August letzten Jahres erworbenen IT Informatik (jetzt: Datagroup Ulm) für die CORBOX-Plattform. Hintergrund ist, dass Datagroup im Rahmen der Übernahme der IT Informatik keine Kundenbeziehungen übernommen hat, sondern die Kunden direkt mit Neuverträgen in die CORBOX-Welt transferieren will. Mittelfristig geht das Management wie viele andere Unternehmen auch jedoch von einem Digitalisierungsschub und damit verbunden einer erhöhten Nachfrage nach den Services von Datagroup aus. Ich habe meine Schätzungen in Folge der aufgehobenen Jahresprognose sowie der Halbjahreszahlen angepasst, wenngleich ich meine Umsatzschätzungen nur leicht auf 378,16mEUR (alt: 379,55mEUR) reduziert habe. Hintergrund ist, dass die Umsatzzahlen für das erste Halbjahr und das zweite Quartal wie beschrieben leicht oberhalb meiner für das Gesamtjahr projizierten Erwartungen lagen. Für das EBITDA habe ich meine Schätzungen, die bisher keine positiven Einmaleffekte aus der Portavis-Übernahme berücksichtigen, von 54,89mEUR auf 50,83mEUR reduziert. Zwar gehe ich für 2020/21 und 2021/22 wieder von einer deutlichen Margensteigerung aus, wenngleich ich insgesamt mit geringeren Margen als bisher kalkuliere. Dadurch reduziert sich das Kursziel von zuletzt 74,00€ auf 67,00€. Durch weitere Übernahmen, die unverändert Teil der Strategie des Managements sind, könnte sich zusätzliches Potenzial ergeben.

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Kommentar zu INIT INNOV.IN TRAFFIC SYST.SE

> Ohne Beeinträchtigungen durch die Corona-Krise <

 

INIT hat jüngst Zahlen für das erste Quartal 2020 veröffentlicht, die sehr gut ausgefallen sind. So erhöhte sich der Umsatz durch ein starkes Nordamerikageschäft (17,80mEUR / +28,1%) um 14,0% auf 40,31mEUR. Das Bruttoergebnis erhöhte sich durch im Vorjahr (ab Q2) umgesetzte Kosten- und Effizienzmaßnahmen deutlich um 35,0% auf 14,26mEUR, sodass die Bruttomarge um 550 Basispunkte auf 35,4% anstieg. Folglich erhöhte sich auch das EBIT auf 3,43mEUR (Vj. 1,14mEUR) und hat sich damit in etwa verdreifacht. Der Auftragseingang lag mit 44,00mEUR (-36,4%) unter dem Vorjahresniveau, allerdings war im Vorjahr der Großauftrag aus San Diego (>30mEUR) sowie ein weiterer Auftrag aus Abu Dhabi (>15mEUR inkl. Wartung) enthalten. Der Auftragsbestand lag zum 31.03.2020 folglich zwar ebenfalls mit 156,00mEUR (-12,4%) unter Vorjahr, gegenüber dem 31.12.2019 (151,80mEUR) hat er sich allerdings leicht erhöht. Zu beachten ist dabei, dass der neueste Auftrag der Metro Houston (Feb 2020 / >30mUSD) noch nicht im Auftragseingang erfasst ist, sondern erst nach finaler Auftragsvergabe, die im zweiten Quartal erwartet wird.

 

Damit reiht sich das erste Quartal an die erfolgreiche Entwicklung im vergangenen Jahr ein, als der Umsatz um 15,3% auf 156,46mEUR (Prognose: 150-160mEUR / LSe: 157,29mEUR) gesteigert werden konnte. Dazu hat vor allem ein Anstieg bei den Wartungsverträgen um 30,0% auf 31,98mEUR beigetragen, die für INIT zugleich eine Art wiederkehrenden Umsatz darstellen und zugleich eine höhere Marge bieten sollten. Das Nachliefergeschäft, welches sich im ersten Halbjahr 2019 (+19,3%) sehr stark entwickelt hatte, verzeichnete im Gesamtjahr ein leichtes Plus von 5,7% auf 24,95mEUR. Das Wachstum wurde dabei insbesondere in Europa (exkl. Deutschland) mit einem Umsatzanstieg von 25,8% auf 37,91mEUR sowie in den Sonstigen Ländern (18,46mEUR / +22,4%) erzielt. Die wichtigste Region von INIT ist jedoch weiterhin Nordamerika mit einem Umsatzanteil von 35,6% (Q1 2020: 38,4%).

 

Das Ergebnis erhöhte sich 2019 sehr deutlich um 154,9% auf 16,24mEUR (LSe: 15,24mEUR) und lag damit nochmals über der im Jahresverlauf angehobenen EBIT-Prognose von 15,00mEUR. Dabei haben sich das erfolgreiche Nachliefergeschäft, ein stringentes Kostenmanagement sowie Maßnahmen zur Effizienzsteigerung (u.a. Prozessoptimierungen bei internen Abläufen, Kosteneinsparungen in verschiedenen Bereichen) niedergeschlagen. Der Auftragseingang (160,20mEUR / -1,0%) konnte auf dem hohen Niveau des Vorjahres gehalten werden. Die beiden größten Aufträge waren dabei die Beauftragung der MTS in San Diego zur Einführung eines kontenbasierten Fahrgeldmanagements (>30mUSD) sowie ein Auftrag in Abu Dhabi mit einem Auftragsvolumen von >15mEUR (inkl. Wartung). Im Vorjahr hatte INIT in Seatlle den bislang größten Auftrag der Firmengeschichte mit einem initialen Auftragsvolumen von etwa 50mEUR erhalten. Der Auftragsbestand hatte sich dennoch leicht auf 151,80mEUR (+6,5%) erhöht. Hierbei gilt es zusätzlich zu berücksichtigen, dass laut Unternehmen Wartungsumsätze mit einem Gesamtwert von >120mEUR für die kommenden Jahre im Auftragsbestand Ende 2019 nicht berücksichtigt sind, wodurch das Potenzial für die nächsten Jahre deutlich wird.

 

Im April wurde nun auch die Akquisition der bereits im November 2019 bekannt gegebenen Übernahme der DResearch Gruppe abgeschlossen, sodass diese ab April vollkonsolidiert wird. Im Rahmen dessen wurden zunächst 51% der Anteile erworben, die verbleibenden Anteile sollen mit Wirkung zum 01.01.2022 übernommen werden. In diesem Jahr soll die Gruppe, bestehend aus der DResearch Fahrzeugelektronik als Entwicklungs- und Produktionseinheit sowie der Derovis als Marketing und Vertriebseinheit, einen Umsatzbeitrag von >10mEUR leisten. Das Unternehmen ist im Wachstumsmarkt Videoaufzeichnungs- und Übertragungssysteme im ÖPNV tätig und kann durch die Zusammenarbeit mit der INIT Tochtergesellschaft Iris zukünftig auch verstärkt außerhalb des DACH-Raums die Produkte anbieten. Für die kommenden Jahre geht das INIT Management für die übernommene Gesellschaft von einem durchschnittlichen Wachstum von >10% p.a. aus.

 

Für 2020 und die Jahre danach zeigt sich der Vorstand weiterhin zuversichtlich und erwartet unverändert eine Fortsetzung des Umsatz- und Ergebniswachstums. So plant das Management für dieses Geschäftsjahr nach wie vor mit einem Umsatz i.H.v. rund 180mEUR (ca. 8% org. Wachstum) sowie einem EBIT zwischen 18mEUR und 20mEUR. Der Auftragseingang wird weiterhin bei 180-190mEUR erwartet. Auswirkungen durch die Corona-Krise seien bislang keine oder nur sehr geringe zu spüren. Insgesamt profitiert INIT einerseits von den gesellschaftlichen Megatrends Urbanisierung, saubere Luft sowie Smart Cities und andererseits vom Megatrend Mobilität durch Digitalisierung, autonomes Fahren, Car Sharing und Elektrifizierung. Dies erfordert einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der zugleich auch umweltfreundlicher – z.B. durch den Einsatz von E-Bussen – werden soll, ein damit verbundenes Flottenmanagement, einen verstärkt digitalisierten Nahverkehr (intelligente Verkehrssysteme) und beispielsweise auch die Einbindung von weiteren Mobilitätsangeboten (z.B. Carsharing, Bike-Sharing etc.). Daher erwartet der INIT Vorstand für die kommenden Jahre ein durchschnittliches Wachstum von etwa 15% p.a., welches damit das attraktive Wachstumspotenzial aufzeigt. Im Rahmen des Geschäftsberichts 2019 sowie der jüngsten Q1-Zahlen habe ich meine Schätzungen überarbeitet und erwarte nun für dieses Jahr einen Umsatzanstieg von 15,3% auf 180,35mEUR (alt: 180,86mEUR) sowie ein EBIT i.H.v. 19,32mEUR (alt: 20,62mEUR). Für das kommende Jahr erwarte ich durch den Umsatzbeitrag aus dem Houston-Projekt sowie weiterer Großprojekte bei denen sich INIT in Ausschreibungsverfahren befindet dann das erstmalige Überschreiten der 200mEUR Umsatzmarke auf 213,80mEUR (+18,6% / alt: 212,59mEUR) bei einem EBIT von 27,30mEUR (alt: 29,51mEUR). Aufgrund der Umstellung des Bewertungsmodells auf das Jahr 2020 sowie eines besseren Working Capital Managements führt dies zu einem erhöhten Kursziel von 41,00€ nach zuvor 37,00€.

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